Wöhrl stößt Intersky wieder ab

17.09.2015 - 14:29 0 Kommentare

Intersky soll erneut verkauft werden. Hans Rudolf Wöhrl stößt damit sein österreichisches Investment nach etwas über drei Jahren wieder ab. Ursprünglich hatte der Airline-Sanierer große Pläne mit der Regionalairline.

V.l.n.r.: Peter Oncken, geschäftsführender Gesellschafter Intersky, Renate Moser, Geschäftsführerin und Mitgesellschafterin Intersky, Hans Rudolf Wöhrl, Gesellschafter INTRO Group im Februar 2013 in Salzburg. - © © Intersky -

V.l.n.r.: Peter Oncken, geschäftsführender Gesellschafter Intersky, Renate Moser, Geschäftsführerin und Mitgesellschafterin Intersky, Hans Rudolf Wöhrl, Gesellschafter INTRO Group im Februar 2013 in Salzburg. © Intersky

Die österreichische Intersky steht erneut zum Verkauf. Ein Investor wolle die Regionalairline noch in diesem Monat komplett übernehmen, bestätigte Intersky entsprechende Presseberichte. Aus "Vertraulichkeitsgründen" könne aber derzeit noch kein Name genannt werden.

Damit steht Bodensee-Airline zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre vor einem grundlegenden Wechsel innerhalb der Eigentümerschaft. "Dass wir derzeit Verkaufsabsichten haben, ist kein Geheimnis", zitiert die Airline in einer Aussendung Peter Oncken, Geschäftsführer des Hauptgesellschafters Intro Aviation. Es gehöre zum Geschäftsmodell seiner Firma, Fluggesellschaften zu kaufen und verkaufen.

Das klang bei der Übernahme im Februar 2012 noch ganz anders. Damals sagte Hans Rudolf Wöhrl, Hauptgesellschafter der Intro Group, dass Intersky als Basis zum Aufbau weiterer Fluggesellschaften dienen solle. Der Gesellschafterkreis sollte ausgebaut, der Flugbetrieb in Deutschland ausgeweitet werden.

Stattdessen schrumpft die kleine Fluggesellschaft mit Hauptbasis in Friedrichshafen aktuell die Kapazitäten drastisch zurück. Statt sieben Maschinen, die für den Winterflugplan 2013/14 angekündigt waren, soll die Flotte schon bald nur noch aus drei eigenen Dash-8 Q300 bestehen. Die Anschaffung zweier deutlich größerer ATR-72-Regionalflugzeuge hatte sich als Fehlentscheidung herausgestellt, sie sollen nun extern verleast werden.

Nicht kompatibel mit anderen Intro-Projekten

Wöhrl hat mit seiner Intro Gruppe derweil in der wesentlich größeren Cityjet (sowie der zwischenzeitlich bereits wieder veräußerten VLM) ein neues Regionalairline-Projekt gefunden, das offenbar nicht kompatibel mit Intersky ist.

Als Worst-Case-Szenario hatte Wöhrl für Intersky sogar zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, die Airline nur noch als Chartercarrier für andere Fluggesellschaften fliegen zu lassen. In diesem Szenario hätte es dann auch wieder die Option gegeben, für Cityjet zu fliegen.

© Mitteldeutsche Flughafen AG, Lesen Sie auch: Wöhrl will Intersky und Cityjet nicht zusammenlegen

Wöhrl ist einer der bekanntesten Airlinepersönlichkeiten in Deutschland. 1974 hatte er den Nürnberger Flugdienst (NFD) ins Leben gerufen. 1992 verschmolz die Regionalfluggesellschaft mit der Regionalflug (RFG) zur Eurowings. 2003 erwarb Wöhrl über seine Intro Verwaltungsgesellschaft für einen symbolischen Euro die defizitäre Deutsche BA, die anschließend zur dba umgebaut wurde. Zusammen mit der MIC GmbH des langjährigen LTU-Geschäftsführers Jürgen Marbach übernahm Intro im Jahr 2006 die LTU Luftverkehrsgesellschaft. Beide Fluglinien wurden nach der Sanierung gewinnbringend an Air Berlin veräußert.

Von: dh
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