Wöhrl und Hunold wollten Germania retten

Exklusiv 11.02.2019 - 08:17 0 Kommentare

Noch nach der Pleite verhandelten Ex-Air-Berlin-Chef Hunold und Sanierer Wöhrl mit Germania-Chef Balke. Kurz vor Abschluss zerbrach der Deal aber an einem Missverständnis. Wöhrl ist nach wie vor offen für eine Übernahme des Ferienfliegers.

Hans Rudolf Wöhrl.

Hans Rudolf Wöhrl.
© dpa

A319 von Germania.

A319 von Germania.
© AirTeamImages.com - Timo Breidenstein

Rund um die Insolvenz der Germania haben der ehemalige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold und Airline-Sanierer Hans Rudolf Wöhrl an der Rettung des Ferienfliegers gearbeitet. "Bis kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz standen Hunold und ich in engem Austausch mit Germania-Chef Karsten Balke", sagte Unternehmer Wöhrl zu airliners.de. Bereits am Tag vor der Pleite wurde Hunolds Interesse publik.

Wöhrl, der Anfang des Jahrtausends DBA sowie LTU aufkaufte, sanierte und teuer an Air Berlin veräußerte, berichtet, dass er und Hunold sich im Grundsatz mit Airline-Eigentümer Balke einig gewesen waren. "Zumindest dachten wir das, bis klar wurde, dass Balke nur die Mehrheit an der Airline abgeben wollte" - nicht aber die komplette Dachgesellschaft.

"Hunold und ich führten die Gespräche aber vor dem Hintergrund, beispielsweise auch das Technikgeschäft übernehmen zu wollen." Doch das habe Balke nicht gewollt, "und da kamen wir nicht überein". Balke selbst will sich auf Anfrage von airliners.de nicht dazu äußern.

Ich kann nicht sagen, ob das lediglich ein Missverständnis oder Taktik war.

Hans Rudolf Wöhrl, Luftfahrtsanierer

Auch nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags habe er Kontakt zu Hunold wegen eines eventuellen Deals gehabt, berichtet Wöhrl nun. "Wir sprachen über eine Übernahme. Ich sagte ihm, dass er mich gern mit ins Boot holen könne, wenn er einen Partner braucht." Doch seit Mitte der vergangenen Woche habe er nichts mehr von Hunold gehört.

"Die Zeit der Airline ist wohl vorbei"

Ob Germania wirklich als komplette Airline zu retten sei - wie es der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg anstrebt -, bezweifelt Wöhrl. "Ich verstehe nicht, wie Germania nun als Ganzes noch gerettet werden kann."

Schließlich habe das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) "doch die Lizenz entzogen, und meines Wissens nach kann die nicht so einfach wieder erlangt werden." Hinzu kommt, dass laut Medienberichten der Flughafenkoordinator bereits die Slots von Germania kurzfristig weitervergeben haben soll. "Ich befürchte, die Zeit der Airline ist leider vorbei", so Wöhrl.

Pleite trifft vor allem kleinere Flughäfen

Germania hatte am Montagmittag (4. Februar) einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg gestellt. In der Nacht auf Dienstag hat das LBA die Airline gegroundet. Die Pleite trifft vor allem viele kleine Flughäfen, an denen Germania einen Großteil des Angebots ausmachte.

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: So reagiert die Branche auf das Germania-Aus

Von: airliners.de
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