Wöhrl zieht sich aus Air-Berlin-Bieterprozess zurück

31.08.2017 - 18:01 0 Kommentare

Hans Rudolf Wöhrl wird doch nicht für Air Berlin bieten. Die Zugangsvoraussetzungen im Bieterprozess seien zu streng. Die Air-Berlin-Flugzeuge wollte der Unternehmer offenbar ohnehin nur vermieten.

Hans Rudolf W - © © dpa -

Hans Rudolf W © dpa

Im Rennen um die Air-Berlin-Aufteilung gibt es einen weiteren Konkurrenten weniger. Nach ersten Sondierungen mit Air Berlin kündigte der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl am Donnerstag an, vorerst die Geschäftsdaten des insolventen Unternehmens nicht prüfen zu wollen.

Grund sei eine Vertraulichkeitserklärung, die Air Berlin vor einem Zugang zum Datenraum verlangt habe. Dies sei mit der von ihm angestrebten Gruppenlösung nicht vereinbar, erklärte Wöhrl schriftlich. Mit dem Konzept seiner Intro-Gesellschaft wollte Wöhrl die Air Berlin als Ganzes erhalten.

Geplant war eine Wetleasing-Gesellschaft

Als Wet-Leasing-Geber sollte die Gesellschaft die Flugzeuge samt Besatzung, Versicherungen und Wartung an andere Airlines zu marktüblichen Charterpreisen vermieten. Dabei hatte Wöhrl offenbar auch die Lufthansa als Abnehmer im Hinterkopf. Diese würde aber nicht mit ihm sprechen. Um mit weiteren Partnern in Verhandlungen zu treten müsse er aber "frei von Vertraulichkeitsverpflichtungen bleiben", so Wöhrl. Auf eigenes Risiko solle die neue Air Berlin nur Verbindungen fliegen, auf denen sonst ein Monopol entstehen würde.

Im Bayerischen Rundfunk erläuterte Wöhrl sein Betreibermodell. Der Erhalt der gesamten Air Berlin sei wirtschaftlich nur möglich, "wenn wir das Risiko auf mehrere Schultern verteilen, nicht nur auf die Schultern von Finanzinvestoren", sagte er dem Radiosender: "Man behält die gesamte Mannschaft, behält die gesamte Technik, und einen Großteil der Verwaltung und stellt Lufthansa die Kapazitäten zur Verfügung, also kurzum: man stellt das zur Verfügung, was die beteiligten Partner oder jetzigen Bieter eh möchten." Das Ganze bleibe jedoch unter dem Dach von Air Berlin und die Selbstständigkeit der Airline damit erhalten. Auch der Name könne fortbestehen.

Zuvor hatte Wöhrl in den Medien noch gänzlich andere Ideen für Air Berlin skizziert. Air Berlin sollte sich "wieder intensiver mit dem innerdeutschen und den europäischen Kurzstreckenverkehr befassen", ließ der Unternehmen sich noch in der vergangenen Woche zitieren und sprach davon, Air Berlin wieder in die "Provinz zurückzuverlagern". Auch für neue Langstreckenziele in Asien machte sich Wöhrl in Interviews stark.

© privat, Lesen Sie auch: So will Wöhrl Air Berlin sanieren

Am Mittwoch hatte bereits Ryanair-Chef Michael O'Leary eine Teilnahme am laufenden Air-Berlin-Insolvenzverfahren abgesagt. Das Prozedere kritisierte der Ire als nicht transparent. Ryanair würde nur an einem offenen Verfahren unter der Fürung neutraler Dritter an einem Bieterprozess teilnehmen. Das Insolvenzverfahren bezeichnete O'Leary als "abgekatertes Spiel" zwischen der Bundesregierung und der Lufthansa und warnte vor einer Monopolstellung in Deutschland.

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Ryanair-Chef fordert transparentes Air-Berlin-Insolvenzverfahren

Von: dh mit dpa, AFP
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