Artikel vom 29.01.2009 0

Weitere US-Fluggesellschaften fliegen in Verlustzone

Continental Airlines, US Airways, JetBlue

Die amerikanischen Fluggesellschaften haben Ende 2008 wieder Verluste eingeflogen. Am Donnerstag meldeten Continental Airlines, US Airways und die Lufthansa-Beteiligung JetBlue rote Zahlen. In den vergangenen Wochen hatten bereits die größeren US- Fluggesellschaften American Airlines, United und Delta tiefrote Zahlen präsentiert.

Maschinen der Continental Airlines warten auf den Start in Newark. - © © AirTeamImages.com -

Maschinen der Continental Airlines warten auf den Start in Newark.

Auslöser waren vor allem Abschreibungen auf Treibstoff- Terminkontrakte, deren Wert mit dem Niedergang der Ölpreise abgesackt war. Das macht die massiven Sparanstrengungen der Airlines zunichte.

Continental mit 266 Millionen Dollar Verlust in Q4

Auch Continental Airlines ist wegen hoher Abschreibungen tief ins Minus geflogen. Continental Airlines muss für das Jahr 2008 einen Verlust von 585 Mio. US-Dollar hinnehmen. Ohne Sonderposten betrug der Verlust 351 Mio. US-Dollar.

Im vierten Quartal verzeichnete die Airline einen Verlust von 266 Mio. US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte die Airline den Verlust noch auf 32 Millionen US-Dollar begrenzen können. Den Ausschlag gaben vor allem Abschreibungen in Höhe von 170 Millionen Dollar. Der Quartalsumsatz von Continental sank um 1,5 Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar.

Die Fluggesellschaft begründet das schlechte Jahresergebnis mit einer schwachen Nachfrage und volatilen Treibstoffpreisen, die sich ungünstig auf bereits abgeschlosse Terminkontrakte auswirkten. Die Kerosinkosten beliefen sich 2008 auf 5,9 Mrd. US-Dollar, nahezu zwei Mrd. mehr als im Vorjahr. Unbestätige US-Medienberichte deuten auf die Pleite eines Geschäftspartners dieser Optionsgeschäfte hin. Demnach handele es sich um die Investmentbank Lehman Brothers.

Zum schlechten Jahresergebnis führten nach Angaben von Reuters auch Pensionszahlungen an Piloten, die früher in Rente gehen müssen. Erst jüngst reduzierte die Airline ihre Flüge.

Trotzdem blickt Konzernchef Larry Kellner optimistisch in die Zukunft: "Obwohl die Krise noch anhalten wird, sehen wir uns gut positioniert."

US Airways fliegt 541 Millionen Verluste ein

US Airways erlitt im vierten Quartal 2008 einen Verlust von 541 Millionen Dollar nach einem Minus von 79 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Grund war unter anderem die Abschreibung auf den Wert von Kerosin-Termingeschäften von 234 Millionen Dollar. Wie viele andere Fluggesellschaften rund um die Welt leidet US Airways darunter, dass Termingeschäfte für mehrere Quartale im voraus auf dem Ölpreishoch im Sommer abgeschlossen wurden. Nun ist der Ölpreis von fast 150 Dollar pro Barrel im Juli an die Marke von 40 Dollar gesunken.

Bei US Airways kamen im Schlussquartal 2008 noch weitere Abschreibungen in Höhe von 74 Millionen Dollar auf Wertpapiere hinzu. Der Umsatz war mit 2,76 Milliarden Dollar kaum verändert.

JetBlue vorläufig mit Minus 49 Millionen im vierten Quartal

Der gehobene Billigflieger JetBlue, bei dem Lufthansa mit an Bord ist, erwägt noch, Millionen- Abschreibungen auf Wertpapiere steuerlich geltend zu machen und legte deshalb nur Vorsteuerergebnisse vor. Auf dieser Basis stand im vierten Quartal ein Minus von 49 Millionen Dollar in den Büchern nach einem Verlust von drei Millionen ein Jahr zuvor. Der Umsatz rückte um 9,8 Prozent auf 811 Millionen Dollar vor. Die Treibstoff- Termingeschäfte fuhr JetBlue massiv zurück.

Stand: 29.01.2009 - 6:59 PM Uhr

Quelle: Continental Airlines, dpa, Reuters, airliners.de

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