Artikel vom 22.02.2010
MTU könnte Gewinnziel 2009 übertreffen
Der Triebwerksbauer MTU ist im abgelaufenen Jahr nach Einschätzung von Analysten ohne große Schrammen durch die Krise gesteuert. Umsatz und operativer Gewinn dürften in dem Maße gesunken sein, wie das Management bereits im Herbst angekündigt hatte. Unter dem Strich erwarten die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Branchenexperten dank eines rentablen vierten Quartals sogar einen geringeren Rückgang als geplant. MTU will die Bilanz am Mittwoch (24. Februar) in München vorlegen. Dann hoffen Analysten auch auf Neuigkeiten zum Militärtransporter A400M.
Die im MDax notierte MTU ist bislang weitgehend ohne große Auswirkungen durch die Wirtschaftskrise gekommen, die vielen Fluggesellschaften schwer zu schaffen macht. Der Umsatz des Triebwerksbauers soll in diesem Jahr von 2,7 auf 2,6 Milliarden Euro schrumpfen. Ende November bekräftigte Vorstandschef Egon Behle das Ziel, einen um Sonderposten bereinigten Gewinn vor Steuern und Zinsen (bereinigtes EBIT) von 290 Millionen und einen Überschuss von 140 Millionen Euro einzufahren. Hier dürften sich die erhöhten Ausgaben für Forschung und Entwicklung niederschlagen, mit denen sich MTU für die Zukunft rüsten will.
Die sieben von dpa-AFX befragten Branchenexperten sagen im Schnitt einen Umsatz von 2,64 Milliarden Euro voraus, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Das bereinigte EBIT dürfte um 13 Prozent auf 289 Millionen Euro schrumpfen. Unter dem Strich rechnen die Analysten mit einem Gewinn von 152 Millionen Euro, ein Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zu 2008.
Weiter Unsicherheit beim A400M
Für Unsicherheit sorgt noch die Zukunft des Militärtransporters A400M. MTU zeichnet im Triebwerkskonsortium EPI für die Steuerung der Turboprop-Motoren des Fliegers verantwortlich. Der unter der Federführung des Airbus-Mutterkonzerns EADS gebaute Militär-Airbus war zwar Ende 2009 erstmals abgehoben, liegt aber nach wie vor drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Die Kosten des Projekts dürften von ursprünglich 20 Milliarden Euro auf möglicherweise mehr als 30 Milliarden Euro wachsen.
Seit Monaten verhandeln EADS und die Käufernationen darüber, wer von ihnen welchen Teil der Mehrkosten übernimmt. MTU hat bislang lediglich 45 Millionen Euro für weitere Belastungen zur Seite gelegt. MTU-Chef Behle sah im November keinen Grund, diese Summe aufzustocken.
Erholung 2010
Nach Einschätzung von Analysten dürfte auch die Luftfahrtkrise MTU 2010 nicht schlimmer treffen als bislang. Das Ersatzteilgeschäft dürfte sich im laufenden Jahr allmählich erholen, schätzt Commerzbank-Analyst Stephan Böhm. Wegen des wieder anziehenden Luftfahrtgeschäfts erwartet Experte Benjamin Fidler von der Deutschen Bank, dass das MTU-Management diesen positiven Trend bestätigt. MTU-Chef Behle hatte Ende vergangenen Jahres zwar noch keine konkrete Prognose für 2010 gewagt. Mit einem weiteren Umsatzrückgang reche er allerdings keineswegs, sagte er damals. Auch feste Arbeitsplätze wolle MTU nicht abbauen.
Stand: 22.02.2010 - 12:31 PM Uhr
Quelle: dpa-AFX
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