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Artikel vom 05.08.2010

Fraport schraubt Erwartungen nach oben

Halbjahresbilanz

Fraport konnte Umsatz und EBITDA in der ersten Jahreshälfte trotz diverser Herausforderungen wie Aschewolke und Streiks steigern. Für das Gesamtjahr hat sich der Flughafenbetreiber daher nun höhere Ziele gesetzt.

Fraport-Chef Stefan Schulte - © © dpa -

Fraport-Chef Stefan Schulte

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport schraubt nach einem von Aschewolke und Streik geprägten ersten Halbjahr die Erwartungen nach oben. Der Vorstand rechnet jetzt mit mehr Fluggästen und einem höheren Gewinn als bislang.

"Insgesamt werden wir am Ende des Jahres in Frankfurt einen Passagierzuwachs von drei bis vier Prozent verzeichnen können", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz. Im Juli zog die Nachfrage im Passagiergeschäft weiter an. Unter dem Strich soll der Gewinn nun höher ausfallen als im Krisenjahr 2009.

Aufschwung macht Mut

Ihren wachsenden Optimismus begründet die Fraport-Spitze mit dem Aufschwung der vergangenen Monate. Die Zahl der Passagiere wird 2010 nun möglicherweise doppelt so stark steigen wie bislang angekündigt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll auf 670 bis 680 Millionen Euro wachsen, das Konzernergebnis die 157 Millionen Euro des Vorjahres übertreffen.

Bislang war Fraport von einem EBITDA in Höhe von 635 Millionen Euro und einem mit 157 Millionen Euro stabilen Konzerngewinn ausgegangen. Die Zahl der Fluggäste sollte lediglich um ein bis zwei Prozent wachsen. Analysten hatten die Ziele bereits als sehr vorsichtig angesehen.

Aschewolke getrotzt

Vor allem dank des anziehenden Geschäfts im Mai und Juni trotzte Fraport den Folgen der Luftraumsperrung nach dem Vulkanausbruch in Island und den Flugausfällen durch Pilotenstreik und Schneetreiben.

Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr in etwa wie von Analysten erwartet um 5,5 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Dazu trugen neben dem Verkehrswachstum in Frankfurt vor allem die großen Auslandsflughäfen des Konzerns in Antalya (Türkei) und Lima (Peru) bei.

Das EBITDA legte überraschend stark um fast 16 Prozent auf 304,6 Millionen Euro zu. Unter dem Strich schlugen die Kreditzinsen für den Flughafenausbau durch. Der Konzernüberschuss sank um knapp 22 Prozent auf 52,0 Millionen Euro.

Stärkeres Wachstum im Juli

Der Aufschwung in der Luftfahrt setzte sich im Juli fort. In Frankfurt zählte Fraport fast acht Prozent mehr Fluggäste als ein Jahr zuvor. Im Mai und Juni hatte der Anstieg bei rund sieben Prozent gelegen.

Zudem zeigten sich die Passagiere spendabler. Auf den Ladenflächen, die Fraport auf dem Flughafengelände vermietet hat, stieg der Erlös je Fluggast im ersten Halbjahr erstmals über drei Euro. Der Umsatz der Geschäfte wirkt sich auch auf die Fraport-Ergebnisse aus.

Der Geschäftsbereich Retail und Real Estate, der die Fraport-Immobilien verwaltet, hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, auch da das Unternehmen die Mieten im Gegensatz zu den Start- und Landegebühren nicht von den Behörden genehmigen lassen muss. Im ersten Halbjahr zeichnete der Bereich mit 144,9 Millionen Euro fast für die Hälfte des Konzern-EBITDA verantwortlich.

Stand: 05.08.2010 - 1:26 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX

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