Artikel vom 15.12.2011 0
BER: Betreiber erwarten Umsatzsprung
Non-Aviation-Geschäft und höhere Gebühren
© dpa /Robert Schlesinger
Die Buchstaben BER werben am Flughafen Berlin-Tegel für den künftigen Hauptstadt-Flughafen.
Der neue Flughafen lässt die Einnahmen der Betreiber in die Höhe schnellen: Die Flughafengesellschaft rechnet im Jahr der Eröffnung mit einem Umsatzsprung von 28 Prozent auf 350 Millionen Euro. Hauptgründe seien höhere Gebühren und das Einkaufszentrum im Terminal, wie Geschäftsführer Rainer Schwarz am Mittwoch in Berlin sagte. «Der Sprung wird 2013 noch deutlicher aussehen», kündigte er an.
Die Kosten für den Neubau werden das Ergebnis unterm Strich aber in diesem und im nächsten Jahr ins Minus drücken. Für 2011 wird ein Fehlbetrag von 70 Millionen Euro erwartet, im nächsten Jahr mehr als 100 Millionen Euro. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 273 Millionen Euro (plus 9 Prozent).
Der neue Flughafen geht am 3. Juni 2012 in Schönefeld in Betrieb. Um den Neubau zu feiern, laden die Betreiber die Berliner und Brandenburger zu einem Tag der offenen Tür vor oder nach der Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen am 24. Mai. Der Termin steht noch nicht fest.
Eine Erweiterung des Flughafens hält Schwarz in den nächsten Jahren nicht für notwendig, obwohl die Passagierzahl in Tegel und Schönefeld in diesem Jahr die Rekordmarke von 23,9 Millionen Euro erreichen werde - fast doppelt so viel wie vor neun Jahren.
Schwarz sagte: «Wir sind in Berlin möglicherweise doch etwas verwöhnt worden, daher würde ich sagen: gemach, gemach.» Angesichts hoher Kerosinpreise, unsicherer Konjunktur und größerer Vorsicht der Verbraucher erwartete die Branche bundesweit eine Stagnation. Berlin werde leicht wachsen. Mehr als 24 Millionen Passagiere seien möglich.
Der neue Terminal in Schönefeld ist auf 27 Millionen Fluggäste ausgelegt. Er könne intern noch auf 30 Millionen erweitert werden. «Das wird uns Zeit geben, die nächsten zwei, drei Jahre erstmal abzuwarten», sagte Schwarz. Zwei Erweiterungsterminals für den Ausbau auf 45 Millionen Passagieren sind schon genehmigt.
Nach Schwarz' Worten profitiert die Flughafengesellschaft vom Sanierungskurs seines Hauptkunden Air Berlin. Die angeschlagene Airline konzentriere sich auf ihre Hauptstandorte, das habe Berlin in diesem Jahr eine Million Passagiere zusätzlich gebracht. Im nächsten Jahr werde Deutschlands zweitgrößte Airline 500.000 zusätzliche Passagiere in Berlin abfertigen. Ryanair werde trotz Problemen durch die Luftverkehrssteuer in Berlin präsent bleiben.
Stand: 15.12.2011 - 7:13 AM Uhr
Quelle: dpa
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