
Analysten erwarten Gewinnrückgang bei EADS
Quartalsbilanz
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat im zweiten Quartal nach Ansicht von Analysten einen Umsatz- und Gewinnrückgang erlitten. Das Minus stammt den Schätzungen zufolge vor allem von der wichtigsten Konzerntochter, dem Flugzeugbauer Airbus, während die übrigen Sparten die Einbußen dämpfen.
Ein überraschend starker Schub von Flugzeugbestellungen von der Luftfahrtmesse in Farnborough Mitte Juli könnte zudem den Airbus-Absatz in den kommenden Jahren spürbar ankurbeln. EADS will die Quartalszahlen am Freitag (30. Juli) vorlegen.
- EADS-Gewinn schrumpft auf die Hälfte
- Analysten erwarten Gewinnrückgang bei EADS
- EADS bangt um Rüstungsaufträge
Die acht von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatzrückgang um gut 3 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Dabei dürfte EADS sogar von dem starken US-Dollar profitiert haben, denn Flugzeuge werden in der amerikanischen Währung gehandelt. Dies dürfte derzeit zu höheren Erlösen in Euro führen.
Uneinig sind sich die Experten, wie EADS unter dem Strich abschneidet. Im Schnitt erwarten sie einen Rückgang um 23 Prozent auf 161 Millionen Euro. Allerdings reichen die Schätzungen von 73 bis 317 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und außerordentlichen Posten - bei EADS als EBIT bezeichnet - dürfte um gut die Hälfte auf 307 Millionen Euro gesunken sein.
Der Abwärtstrend umfasst vor allem die Tochter Airbus. Die Analysten erwarten dort im Schnitt einen Umsatzrückgang um 6 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Das EBIT dürfte um 72 Prozent auf 121 Millionen Euro eingebrochen sein.
Airbus bekam in den vergangenen Wochen allerdings schon den Aufschwung in der Luftfahrt zu spüren. Auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough sammelte der Flugzeugbauer Mitte Juli feste Bestellungen für 133 Flugzeuge ein. Das ist mehr als alle Aufträge des ersten Halbjahres zusammen. Hinzu kommen Vorverträge für 122 weitere Flieger.
Bislang hat die EADS-Spitze für 2010 einen stabilen Umsatz und ein EBIT von einer Milliarde Euro vorhergesagt. Die Zahl der Flugzeugauslieferungen soll maximal den Wert des Vorjahres erreichen, als Airbus 498 Flieger fertigstellte. Der Umsatz soll der jüngsten Prognose zufolge stabil bleiben. Wegen des starken Dollars dürfte EADS jetzt allerdings mit einem höheren Umsatz rechnen, schätzen Experten.
Getrübt wird die Geschäftsentwicklung bei Airbus durch die Kostenprobleme bei der Entwicklung des Großraumfliegers A380 und des Militärtransporters A400M. Bei dem Militärflieger steht eine endgültige Einigung mit den Käufernationen noch immer aus.
Konzernchef Louis Gallois nannte zuletzt den Herbst als möglichen Zeitraum für eine Unterschrift. Zudem drohen die Kürzungen in Europas Verteidigungsetats das Rüstungsgeschäft von EADS zu treffen.
dpa-AFX
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