Artikel vom 14.12.2009 0

Rentendefizit bei British Airways fällt höher aus

Streikdrohung des Kabinenpersonals

British Airways hat sich mit den Treuhändern über eine Neubewertung des Defizits bei den Betriebsrenten geeinigt. Diese fällt mit einem Minus von 3,7 Milliarden Pfund mehr als doppelt so hoch wie bislang gedacht. Derweil droht der Airline ein zwölftägiger Streik des Kabinenpersonal über die Feiertage.

British Airways Maschinen in London Heathrow. - © © dpa -

British Airways Maschinen in London Heathrow.

British Airways hat mit einem mehr als doppelt so hohen Defizit bei den Betriebsrenten zu kämpfen als bislang gedacht. Das Minus der beiden Rentensysteme summiert sich auf 3,7 Milliarden britische Pfund, wie das Unternehmen am Montag in London mitteilte.

Auf diese Bewertung habe sich die Gesellschaft mit den Treuhändern geeinigt. Ende März hatten die Treuhänder das Defizit noch auf 1,5 Milliarden Pfund beziffert. Nun wollen beide Seiten einen Sanierungsplan entwickeln.

Rentensystem-Manager Roger Maynard soll seinen Posten nun nach fünf Jahren aufgeben und sich auf die Fusion mit Iberia konzentrieren. Damit will British Airways möglichen Interessenkonflikten vorbeugen. Die Defizite bei den Betriebsrenten des Unternehmens hatten den Zusammenschluss mit Iberia lange verzögert. Nun sollen die Unternehmen bis Ende kommenden Jahres fusioniert werden.

Streikdrohung

Bei British Airways drohen derweil die Flugzeuge über Weihnachten und Neujahr am Boden zu bleiben. Das Kabinenpersonal habe sich mit überwältigender Mehrheit für einen zwölftägigen Streik ausgesprochen, teilte die Gewerkschaft Unite am Montag mit.

Die Beschäftigten wollen gegen Jobkürzungen, unfreiwilligen Gehaltsverzicht und die Arbeitsbedingungen protestieren. Sollte die Konzernspitze nicht einlenken, kämen auf die kriselnde Airline Verluste in dreistelliger Millionenhöhe zu.

Die Fronten zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaft sind verhärtet. Unite warf der Konzernspitze vor, über Stellenstreichungen und Vertragsänderungen für die Mitarbeiter nicht konsultiert worden zu sein. Dennoch wolle man versuchen, die Streiks durch weitere Verhandlungen abzuwenden.

British Airways steckt in der bisher größten Krise. Die Passagierzahlen sinken rapide, die Verluste steigen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres waren es 292 Millionen Pfund (derzeit rund 324 Mio Euro). Bis März 2010 sollen bei British Airways fast 4900 Jobs wegfallen.

Stand: 14.12.2009 - 5:08 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX, dpa

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