Artikel vom 13.05.2011 0

Recaro Aircraft Seating zuversichtlich

Der Sitzhersteller Recaro erwartet im laufenden Jahr ein Umsatzplus von mindestens zehn Prozent. Wachstumschancen sieht der Hersteller neben der Asien/Pazifikregion auch in Nordamerika. Dort lohnt es sich für Airlines, die Sitze in alten Flugzeuge gegen leichtere Modelle auszutauschen und somit Kerosin zu sparen.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Flugzeugsitzherstellers Recaro Aircraft Seating, Axel Kahsnitz, steht in Schwäbisch Hall neben Sitzen des Unternehmens - © © dpa -

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Flugzeugsitzherstellers Recaro Aircraft Seating, Axel Kahsnitz, steht in Schwäbisch Hall neben Sitzen des Unternehmens

Recaro Aircraft Seating spürt starken Aufwind. "Die Auftragsbücher für die kommenden zweieinhalb Jahre sind gut gefüllt, mit einem Volumen von mehr als 600 Millionen Euro", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Axel Kahsnitz, am Freitag in Stuttgart. Das Unternehmen werde von einer wachsenden Zahl von Fluggästen profitieren. Potenzial sieht der Manager vor allem in der Region Asien/Pazifik. Deshalb will Recaro bis zum Jahr 2013 auch einen eigenen Produktionsstandort in Asien bauen.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein Umsatzplus von mindestens 10 Prozent. Im Jahr 2010 seien die Erlöse um 18 Prozent auf 288 Millionen Euro gesteigert worden. Der Auftragseingang habe 50 Prozent über Vorjahresniveau gelegen. Angaben zum Gewinn machte das Familienunternehmen mit Sitz in Schwäbisch Hall nicht.

Wachstumschancen sieht der Sitzhersteller in der Zukunft neben Asien auch in Nordamerika. "In den USA sind die Sitze in den Flugzeugen bis zu 15 Jahre alt", sagte Mark Hiller, Mitglied der Geschäftsführung. Für die Fluggesellschaften lohne es sich die Sitze auszutauschen, weil neue Modelle weniger wiegen. Das spare Kosten. "Das Gewicht hat großen Einfluss auf den Verbrauch von Kerosin."

Das Schlüsselthema der Luftfahrtindustrie sei Gewichtsreduzierung, sagte Kahsnitz. Derzeit wiege der leichteste Recaro-Sitz für die Kurzstrecke neun Kilogramm. Recaro habe eine Studie über einen Kurzstrecken-Sitz gemacht, der nur noch 5,4 Kilogramm wiege. Die Firma baut derzeit rund 70.000 Sitze pro Jahr für Kurz- und Langstreckenmaschinen. Den Großteil des Geschäfts macht das Unternehmen direkt mit den Fluggesellschaften.

Ende vergangenen Jahres hatte Recaro weltweit 1.346 Beschäftigte, davon 680 in Deutschland. Im laufenden Jahr sollen voraussichtlich 90 Arbeitsplätze im Inland geschaffen werden, ein Großteil davon in der Entwicklung am Stammsitz in Schwäbisch Hall.

Stand: 13.05.2011 - 3:03 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX

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