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Artikel vom 03.09.2009

Lufthansa schließt AUA-Übernahme ab

«Wir wollen rote Uniformen, aber keine roten Zahlen.»

Lufthansa hat heute mit der Unterzeichnung der Kaufverträge die Übernahme der Austrian Airlines abgeschlossen. Lufthansa zahlt für die angeschlagene österreichische Fluggesellschaft maximal 382 Millionen Euro und übernimmt im Gegenzug Altlasten in Milliardenhöhe.

Lufthansa-Chef Mayrhuber (mitte) und ÖIAG-Chef Michaelis (li.) posieren mit Flugbegleiterinnen - © © dpa -

Lufthansa-Chef Mayrhuber (mitte) und ÖIAG-Chef Michaelis (li.) posieren mit Flugbegleiterinnen

Die Lufthansa schwingt sich mit der neuen Tochter Austrian Airlines (AUA) zur größten Fluggesellschaft Europas auf. Mit ihren Unterschriften haben Vertreter der beiden Airlines und der österreichischen Staatsholding ÖIAG heute in Schwechat bei Wien die AUA-Übernahme durch den deutschen Branchenprimus besiegelt. 

Der deutsche Konzern zahlt für die AUA maximal 382 Millionen Euro. Die ÖIAG verkauft dafür ihre Anteile von rund 42 Prozent der Fluggesellschaft komplett an die Lufthansa.

Ein großer Teil des Kaufpreises ist aber nur dann fällig, wenn sich die erwarteten wirtschaftlichen Erfolge einstellen. Lufthansa übernimmt im Gegenzug Altlasten in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro. 500 Millionen Euro schießt die österreichische Regierung dazu.

Die nach Umsätzen zehn mal größere Lufthansa hat bei der AUA harte Sanierungsarbeit vor sich. Allein im ersten Halbjahr flogen die Österreicher einen Verlust von 166 Millionen Euro ein. Ein Sparprogramm, bei dem bis Mitte nächsten Jahres 1000 von 7500 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen ist bereits aufgelegt. Bis zum Jahr 2012 soll die jährliche Kostenbasis um 200 Millionen Euro gesenkt werden.

«Wir wollen rote Uniformen, aber keine roten Zahlen.»

Mit ihrem jüngsten Erwerb will Lufthansa dennoch bereits im nächsten Jahr Gewinn erwirtschaften, sagte Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber. Er zeigte sich zuversichtlich, dieses Ziel auch zu erreichen. Die AUA habe kein Produktproblem, sie hat ein Kostenproblem, sagte Mayrhuber und ergänzte «Wir wollen rote Uniformen, aber keine roten Zahlen.»

Zugleich warnte Mayrhuber vor übertriebenen Hoffnungen. Bei der AUA dürften keine Wunder erwartet werden. Beispielsweise helfe die geplante Verbesserung des Vertriebs alleine nicht weiter, da der Markt weiterhin flach und flau sei.

Die vormalige österreichische Staatsfluglinie soll wie die übrigen Lufthansa-Übernahmen der letzten Zeit Swiss, bmi und Brussels Airlines als eigenständiger Netzanbieter erhalten bleiben.

Kleinaktionäre sollen herausgedrängt werden

Lufthansa will bei der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) die Minderheitsaktionäre herausdrängen. Die Voraussetzung für das sogenannte «Squeeze-Out» sei mit der Übernahme von knapp 37 Millionen Aktien aus Privathand und der Anteile der österreichischen Staatsholding ÖIAG gegeben, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Demnach ist die Lufthansa über eine Zwischenholding im Besitz von mehr als 90 Prozent der AUA-Aktien und kann die übrigen Aktionäre zwangsabfinden. Die Holding werde alle erforderlichen Schritte einleiten. Den Privataktionären hat die Lufthansa 4,49 Euro pro Aktie ausgezahlt.

Die EU hatte die Fusion und damit verbundene Millionen-Hilfen des österreichischen Staats nur unter Auflagen genehmigt. Auf Strecken zwischen Wien und Frankfurt, München, Stuttgart, Köln sowie Brüssel müssen Start- und Landerechte an Konkurrenten abgegeben werden.

 

Stand: 03.09.2009 - 7:22 PM Uhr

Quelle: dpa,ddp, airliners.de

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