Artikel vom 24.01.2012 0

Insolvenzverwalter für Cirrus bestellt

Flugzeuge bleiben am Boden

Das Amtsgericht Saarbrücken hat für die zahlungsunfähige Fluggesellschaft Cirrus Airlines einen Insolvenzverwalter bestellt. Die ursprünglich für nächste Woche vorgesehene Wiederaufnahme des Flugbetriebs hält der Verwalter für "unrealistisch".

Dornier 328 der Cirrus Airlines - © © AirTeamImages.com - TT

Dornier 328 der Cirrus Airlines

Einen Tag nach dem Insolvenzantrag ist für die zahlungsunfähige Fluggesellschaft Cirrus Airlines am Dienstag der Insolvenzverwalter bestellt worden. Das Amtsgericht Saarbrücken wählte dafür den Rechtsanwalt Jochen Eisenbeis aus. "Ich will das Unternehmen nicht liquidieren, sondern den Flugbetrieb wieder in Schwung bringen", sagte Eisenbeis der Nachrichtenagentur dapd. Die Maschinen der Regional-Fluggesellschaft bleiben bis auf weiteres am Boden.

Eisenbeis sagte, eine Reduzierung der Zahl der Verbindungen sei nicht zu befürchten. Vielmehr strebe er strategische Allianzen mit anderen Fluggesellschaften an, um noch mehr Routen anbieten zu können. "Cirrus Airlines ist ja offenbar wirtschaftlich gescheitert, weil das Angebot zu dünn war", sagte er. Zunächst müsse er sich aber darum kümmern, dass die am Montag vom Luftfahrtbundesamt entzogene Betriebsgenehmigung wieder erteilt werde.

Derzeit sei noch nicht absehbar, wann die Flugzeuge wieder starten können, sagte Eisenbeis. Die ursprünglich für nächste Woche vorgesehene Wiederaufnahme des Flugbetriebs halte er für "definitiv unrealistisch".

Analyst: Kurzstrecken-Markt weiter unter hartem Preisdruck

Die wirtschaftlichen Turbulenzen der Cirrus Airlines sind nach Einschätzung von Marktexperten Folge eines harten Wettbewerbs unter den innerdeutschen Kurzstrecken-Anbietern. Es müsse damit gerechnet werden, dass auch andere kleine Fluggesellschaften in den Abwärtsstrudel geraten, sagte der Commerzbank-Analyst Frank Skodzik der Nachrichtenagentur dapd. Neben den sinkenden Erlösen infolge des Preiskampfs mit Billigfliegern müssten die Gesellschaften außerdem steigende Kosten verkraften. Diese resultierten aus dem hohen Ölpreis und der Luftverkehrsabgabe.

Das saarländische Wirtschaftsministerium nahm laut Mitteilung bereits Kontakt mit dem Insolvenzverwalter auf. "Wir werden in den kommenden Tagen gemeinsam mit dem Verwalter alle Möglichkeiten ausloten, um die Arbeitsplätze des Unternehmens zu erhalten, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Gerhard Wack.

300 Arbeitsplätze auf der Kippe

Die 1995 gegründete Fluggesellschaft Cirrus Airlines hatte am Montag Insolvenz angemeldet. Der Flugverkehr auf ihren sieben Routen in Deutschland, Österreich und der Schweiz war bereits am Freitag eingestellt worden.

Die Gesellschaft beschäftigt 300 Mitarbeiter, 140 davon in Wartung und Verwaltung am Firmensitz in Saarbrücken. Zur Flotte gehören acht Dornier 328 mit 30 Sitzplätzen und ein brasilianischer Embraer-Jet 170 mit 76 Sitzen. Nach eigenen Angaben beförderte Cirrus im vergangenen Jahr rund 200.000 Passagiere.

Stand: 24.01.2012 - 5:29 PM Uhr

Quelle: dapd

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