Artikel vom 10.11.2011 0

EADS verdient mehr

Prognose heraufgesetzt

EADS hat im dritten Quartal weit mehr verdient, als von Analysten erwartet. Nun schraubt der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern die Prognosen herauf.

Der EADS-Vorstandsvorsitzende, Louis Gallois steht bei der Bilanz-Pressekonferenz 2010 neben dem Modell eines Airbus. - © © dpa - Tobias Hase

Der EADS-Vorstandsvorsitzende, Louis Gallois steht bei der Bilanz-Pressekonferenz 2010 neben dem Modell eines Airbus.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS überrascht die Analysten. Zwischen Januar und September kam EADS auf einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro, rund vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und außerordentlichen Posten - den der Konzern als EBIT bezeichnet - legte trotz eines schwachen Sommerquartals um 13 Prozent auf 885 Millionen Euro zu. Der Überschuss konnte sich auf 421 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Das teilte der Konzern heute mit.

Nun schraubte das Management um EADS-Chef Louis Gallois die Prognosen herauf. Der Umsatz von zuletzt 45,8 Milliarden Euro soll in diesem Jahr um mehr vier Prozent steigen. Auch beim operativen Ergebnis will man besser abschneiden. Ob der Nettogewinn steigt, hängt allerdings von den Wechselkursen zwischen Euro und Dollar ab. 2010 hatte EADS unter dem Strich 553 Millionen Euro verdient.

Die spritsparende Neuauflage des Kassenschlages A320 bescherte der wichtigsten Konzerntochter Airbus zuletzt einen wahren Auftragsboom. In den ersten neun Monaten gingen konzernweit Aufträge für 94 Milliarden Euro ein, fast zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Alleine Airbus sammelte Bestellungen für 1038 Verkehrsflieger ein.

Bei der Entwicklung des Langstreckenjets A350 knirscht es allerdings. Ähnlich wie Konkurrent Boeing bei seinem «Dreamliner» setzt Airbus bei der A350 auf Rumpfteile aus Kohlefaser-Verbundstoffen. Boeing hatte sich bei der Entwicklung wegen Produktions- und Qualitätsproblemen mehr als drei Jahre Verspätung und milliardenschwere Mehrkosten eingefangen.

Aufwärts ging es neben Airbus auch für die Konzerntöchter Eurocopter und Astrium. Abwärts zeigte die Entwicklung bei der Rüstungssparte Cassidian, die unter den Kürzungen in den europäischen Verteidigungsbudgets zu leiden hat.

Derweil bahnt sich eine Änderung in der Aktionärsstruktur an. Ein milliardenschweres Aktienpaket dürfte außerbörslich den Besitzer wechseln: Deutschland will vom Autobauer Daimler 7,5 Prozent der EADS-Anteile übernehmen, wie am Mittwoch aus Regierungskreisen verlautet war.

Stand: 10.11.2011 - 6:12 PM Uhr

Quelle: dpa-afx, dapd

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