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Artikel vom 13.11.2008

Austrian Airlines wird an Lufthansa verkauft

Abschluss in vier Wochen

Die angeschlagene österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) wird an die Lufthansa verkauft. Die österreichischen Staatsholding ÖIAG werde abschließende Gespräche ab sofort nur noch mit Lufthansa führen, teilte sie am Donnerstag in Wien mit. Die ÖIAG hat einen Anteil von knapp 42 Prozent an der AUA. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM und die russische S 7 seien nicht mehr im Bieterprozess, erklärte die ÖIAG weiter.

Lufthansa und AUA nebeneinander am Gate in D - © © AirTeamImages.com -

Lufthansa und AUA nebeneinander am Gate in D

Der Verkauf der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) an die Deutsche Lufthansa soll in den nächsten vier Wochen abgeschlossen werden. Der Chef der für den AUA- Verkauf zuständigen Staatsholding ÖIAG, Peter Michaelis, sagte am Donnerstagnachmittag in einer in Wien veröffentlichten Erklärung, er «erwarte einen Vertragsabschluss innerhalb eines Monats». In der nächsten Aufsichtsratssitzung der Holding am 5. Dezember sollten die nötigen Beschlüsse gefasst werden.

S7 und Air France ausgeschieden

Die beiden anderen Bieter, Air France/KLM sowie die russische S7, würden nicht mehr berücksichtigt. Die von der russischen Airline S7 eingereichten Unterlagen würden nicht den Kriterien eines EU-konformen Bieterprozesses entsprechen, teilte die ÖIAG mit. Außerdem habe S7 die erforderliche Bestätigung zur Aufrechterhaltung der Betriebsgenehmigung nicht erbracht. Auch Air France-KLM habe innerhalb der Angebotsfrist kein Angebot abgegeben. Beide Bieter seien von ihrem Ausscheiden informiert worden.

Verkauf zu Lufthansa-Konditionen

Die Lufthansa hatte ihr Angebot für die Übernahme der mit fast einer Milliarde Euro verschuldeten AUA bis zum 3. Dezember befristet. Nach in Wien vorliegenden Informationen ist die deutsche Fluggesellschaft bereit, die rot-weiß-rote Fluglinie zu einem eher symbolischen Preis zu erwerben, falls der österreichische Staat einen großen Teil der Schulden übernimmt. Dazu hatte sich die Regierung in Wien Ende Oktober bereiterklärt. Im Gegenzug wolle die Fluggesellschaft garantieren, dass der AUA-Sitz mindestens weitere 30 Jahre in Wien bleibt. Nach anderen österreichischen Presseberichten hat die Lufthansa keine Standortgarantie für Wien als Zentrale der AUA abgegeben.

Die Lufthansa strebt nach eigenen Angaben eine Übernahme der staatlichen 42,75 Prozent an der AUA sowie den Erwerb der im Streubesitz befindlichen Aktien an. Nach einem Beschluss der österreichischen Regierung soll allerdings eine Sperrminorität in österreichischem Besitz bleiben.

Noch zu lösen: "EU-konforme Umsetzung"

Michaelis, der seit langem als Befürworter einer Übernahme durch die LH gilt, sagte, in den Gesprächen mit der Lufthansa würden nun die Möglichkeiten einer EU-konformen Umsetzung «der von der Lufthansa geforderten teilweisen Übernahme der Lasten der AUA evaluiert». Gleichzeitig würden die Vertragsdetails ausgearbeitet. Ein Einspruch der EU-Kommission werde nicht erwartet.

Ohne eine Übernahme durch einen größeren Partner wäre die Fluglinie nach Expertenmeinung nicht überlebensfähig. Selbst bei einer Übernahme durch die Lufthansa müsse mit einem Abbau von rund 2000 der etwa 8000 Stellen gerechnet werden.

Stand: 13.11.2008 - 8:43 PM Uhr

Quelle: AFP, dpa, ddp

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