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Artikel vom 18.12.2009

Ryanair lässt Boeing-Deal platzen

Gespräche abgebrochen

Ryanair hat die Verhandlungen mit Boeing über 200 weitere 737-800 abgebrochen. Laut O'Leary hatten sich beide Seiten zwar auf den Kaufpreis geeinigt, jedoch wollte Boeing andere Vertragsbedingungen aus früheren Geschäften nicht übernehmen. Ausschlaggebend könnten jedoch auch ganz andere Gründe gewesen sein.

Boeing 737 der Ryanair - © © AirTeamImages.com -

Boeing 737 der Ryanair

Ryanair hat Gespräche mit dem Flugzeugbauer Boeing über einen milliardenschweren Auftrag für 200 neue Maschinen abgebrochen. Nachdem Boeing auf Forderungen von Ryanair nicht eingegangen sei, werde der Billigflieger die Ausgaben zwischen 2012 und 2015 deutlich reduzieren, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Laut O'Leary hatten sich die Geschäftspartner zwar auf den Kaufpreis der 200 Maschinen geeinigt, Boeing habe sich aber auf andere Vertragsbedingungen aus früheren Geschäften nicht einlassen wollen. Die 200 neuen Flugzeuge in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeliefert werden. Ein vorheriger Auftrag über 112 weitere 737-800 bleibt von der Ankündigung unberührt. Das Unternehmen will nun das für den Kauf zurückgehaltene Geld an die Anteilseigner ausschütten.

Ryanair-Chef Michael O'Leary verzichtete auf frühere Drohungen, die Geschäftsbeziehungen zu Boeing ganz zu beenden. «Vielleicht gibt es in Zukunft andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit für Ryanair und Boeing», sagte O'Leary. Verhandlungen mit anderen Flugzeugbauern solle es nicht geben.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus ließ den Billigflieger bereits im Februar abblitzen, da er sich nicht in eine Rabattschlacht mit Boeing hineinziehen lassen wolle. Im Airbus-Hauptquartier in Toulouse hieß es damals, man sei zu dem vorgeschlagenen Preis an einem Geschäft nicht interessiert.

Gebremste Expansion

Möglicherweise haben aber auch die letzten Halbjahreszahlen O’Leary zum Ausstieg bewogen. Der Billigflieger verzeichnete zwischen März und September zwar gestiegene Passagierzahlen, doch gleichzeitig sank der Umsatz um rund zwei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Zudem rechnet der Billigflieger damit, dass die Ticketpreise weiter sinken und Ryanair sogar Verluste einfliegen könntet. So verwundert es nicht, dass O’Leary bereits im November angedeutet hatte, die weiteren Expansionspläne zu überdenken oder zumindest langsamer umzusetzen.

Bislang besteht die Flotte des Billigfliegers ausschließlich aus Boeing-Maschinen. Derzeit stehen 202 Boeing 737-800 im Dienst von Ryanair. Die 200 neuen Flieger, um die es bei den Verhandlungen geht, sollten in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeliefert werden. Mit der einheitlichen Flotte aus nur einem Flugzeugtyp spart Ryanair Wartungs- und Ausbildungskosten und kann die Maschinen flexibler einsetzen.

Stand: 18.12.2009 - 11:28 AM Uhr

Quelle: airliners.de mit dpa

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