Artikel vom 19.05.2010 0

Lufthansa übernimmt ersten A380

Übergabe in Hamburg, Taufe in Frankfurt

Die Lufthansa hat heute den ersten Airbus A380 in ihre Flotte aufgenommen. Nach der feierlichen Übergabe auf dem Airbus-Werksgelände in Hamburg-Finkenwerder startete das doppelstöckige Flugzeug nach Frankfurt und wurde dort getauft.

Der erste Airbus A380 der Lufthansa - © © dpa, M. Becker -

Der erste Airbus A380 der Lufthansa

Die Lufthansa hat den ersten Super-Airbus A380 offiziell in Dienst gestellt. Die Maschine landete am Mittwoch nach der Übergabe durch den Hersteller Airbus in Hamburg auf dem Flughafen Frankfurt. An seiner künftigen Heimatbasis wurde der Jet auf den Namen «Frankfurt am Main» getauft.

Mehrere Hundert Gäste verfolgten die offizielle Namensgebung des ersten Airbus A380 einer deutschen Fluggesellschaft. Bei der Taufzeremonie waren unter anderen Hessens Ministerpräsident Roland Koch, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (beide CDU), der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber und Airbus-Chef Thomas Enders anwesend.

Mayrhuber dankte Airbus in Hamburg für die langjährige Zusammenarbeit beider Unternehmen. Lufthansa habe im Rahmen dieser engen Kooperation Entwicklung und Zulassung des A 380 von Anfang an begleitet, wie dies schon seit 1976 auch bei vorherigen Maschinen praktiziert wurde. Die Airline habe gemeinsam mit Airbus vor allem bei Gestaltung und Ausbau der Kabine für den A 380 viele technische Lösungen entwickelt, die in diesem Flugzeug Weltpremiere hätten.

Mayrhuber fügte nach der Landung in Frankfurt hinzu, er sei froh, «dass wir Ihnen diesen Vogel nach Frankfurt bringen konnten, wo der Kranich sein Nest hat.» Der Flug zur künftigen Heimatbasis des Großraumjets sei deshalb «ein besonderer Flug gewesen».

Economy Class im A380 der Lufthansa, © dpa, M. Gambarini

Mayrhuber verwies besonders auf die Verbindung von moderner Technik und Design mit besonderer Umweltfreundlichkeit. So sei die Lärmemission vom Triebwerkhersteller Rolls-Royce gegenüber Antrieben von vor 20 Jahren halbiert worden. Der Kerosinverbrauch liege mit knapp drei Litern pro Passagier niedriger als bei einem Auto.

Airbus-Chef Enders wünschte dem neuen Eigner «Many and always happy landings». Mit dem A 380 setze die Lufthansa ihren erklärten Trend fort, nur die modernsten und effizientesten Maschinen zu betreiben. Enders erinnerte an den schwierigen Anfang des A380-Programms während der vergangenen vier Jahre, der von zahlreichen Rückschlägen und Verzögerungen begleitet war. Den Tag des Erstauslieferung an die Lufthansa «können wir nun mit Stolz begehen».

Neues Lufthansa-Flaggschiff

Im Juni löst der zweistöckige A380, der 526 Passagieren Platz bietet, dann die Boeing 747-400 als Flaggschiff der Lufthansa ab. Ab dem 11. Juni bietet Lufthansa mit ihrem A380 regelmäßig Verbindungen nach Tokio an. Später wird das Angebot mit Zielen wie Johannesburg und Peking erweitert. Bevor dieser Linienverkehr aufgenommen wird, bringt am 6. Juni ein Sonderflug die deutsche Fußballnationalmannschaft nach Südafrika zur Weltmeisterschaft. Anschließend soll der A380 die Internationale Luftfahrtaustellung ILA in Berlin eröffnen.

Ab Mai werden vier A380 im Monatsrhythmus an die Lufthansa ausgeliefert. Das weitere Programm sieht vor, dass im Jahre 2011 vier A380 und 2012 und 2013 noch je eine A380 an die Lufthansa übergeben werden. Insgesamt hat die Lufthansa 15 A380 bestellt, deren künftige Heimatbasis Frankfurt sein wird.

Blick in die A380-Business-Class der Lufthansa, © dpa, M. Gambarini

Alle Lufthansa-A380 werden in einer Drei-Klassen-Bestuhlung 526 Sitzplätze haben: Acht Erste-Klasse- und 98 Business-Class-Sitze im Oberdeck und 420 Economy-Class-Sitze im Hauptdeck. Für die Fluggäste in der Economy-Class im unteren Deck ergibt sich ein bisher aus Flugzeugen nicht gekannter Raumeindruck mit senkrechten Wänden und ebener Decke. Der Fortschritt liegt im Detail: Ein bisschen mehr Beinfreiheit und ergonomisch besserer Sitzkomfort, ein Bildschirm für das neue Unterhaltungssystem an jedem Platz, die bekannten Farben blau und grau.

In der Business-Class im Obergeschoss des Riesenfliegers geht es gediegener zu. Die verbauten Sitze sollen weitestgehend der bisherigen Business Class entsprechen und würden demnach keine flache Liegeposition erlauben. Mit insgesamt 98 Sitzen bietet Lufthansa die meisten Business-Class-Sitze aller A380-Betreiber an.

First Class mit acht Betten

Bis zur Übergabe wurde die Gestaltung der First Class geheim gehalten. Insgesamt können sich im vorderen Oberdeck acht zahlungskräftige Passagiere auf der Langstrecke so etwas wie Privatsphäre genießen. Aus dem Sessel wird ein vollwertiges Bett, 2,07 Meter lang und 80 Zentimeter breit.

Die neue First Class im A380 der Lufthansa, © dpa, M. Gambarini

Die einzelnen Schlafstätten können von ausfahrbaren Wänden individuell getrennt werden. Jedem Fluggast steht ein abschließbarer Schrank zu Verfügung, und nach dem Schlafen teilen sich die First-Class-Gäste zwei Badezimmer, die mit normalen Flugzeugtoiletten nichts zu tun haben.

Was für die Fluggäste nur indirekt wichtig ist: Dem Kabinenpersonal, 21 Frauen und Männern, stehen in dem nach Listenpreis 346 Millionen US-Dollar teueren Flugzeug neu durchdachte Küchen zur Verfügung. So gibt es zum Beispiel ein besseres Entsorgungskonzept für Flüssigkeiten. Ihre vorgeschriebenen Erholungszeiten verbringen die Crewmitglieder im Untergeschoss, wo sie zehn Schlafkabinen nutzen können.

Stand: 19.05.2010 - 6:48 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit ddp, dpa

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