Artikel vom 09.02.2012 0
Frankfurt: Vorfeldlotsen wollen streiken
Tarifkonflikt
© dpa, F. Rumpenhorst
Bodenlotsin im neuen Tower am Flughafen Frankfurt/Main
An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main drohen erneut Streiks. Rund 200 Mitarbeiter der Verkehrszentrale, Vorfeldkontrolle und -aufsicht könnten ihre Arbeit niederlegen, wie Matthias Maas, Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung, am Donnerstag auf Anfrage sagte. "Dann dreht sich in Frankfurt kein Rädchen mehr."
Auf einer Sondersitzung der Tarifkommission sei am Mittwoch beschlossen worden, beim Bundesvorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) Arbeitskampfmaßnahmen zu beantragen. Demnach will die GdF spätestens am 15. Februar über mögliche Arbeitsniederlegungen entscheiden. Der Flughafenbetreiber Fraport bezeichnete die Streikandrohung als unverhältnismäßig.
In den Tarifverhandlungen mit dem Flughafenbetreiber Fraport sei es zu keiner Einigung gekommen, teilte die GdF weiter mit. Fraport habe daraufhin die Schlichtung unter Leitung des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust angerufen. Dies habe ebenfalls zu keiner Einigung geführt. Die GdF habe den Schlichterspruch angenommen, Fraport aber "überraschend" abgelehnt, erklärte die Gewerkschaft. Fraport entgegnete, die GdF habe bisher keinerlei nennenswertes Entgegenkommen gezeigt.
Uneinigkeit bei Laufzeit des Tarifvertrages
In dem Tarifkonflikt geht es um einen komplett neuen Tarifvertrag für das Vorfeldpersonal. Die gleiche Arbeitsgruppe sei in München und Berlin bereits ins Tarifgefüge aufgenommen worden, sagte Maas. Die Mitarbeiter in Frankfurt wollten die gleichen Regelungen für Arbeitszeit und Vergütung wie ihre Kollegen an den anderen Flughäfen. Die Forderung der GdF sehe vor, die Gehälter innerhalb von vier Jahren gestaffelt anzugleichen. "Wir haben nicht gesagt, dass wir auf einen Schlag hochgehen wollen", sagte Maas. Er halte den Vorschlag für fair.
Fraport entgegnete, bereits auf die Forderungen der GdF für die Beschäftigten der Vorfeldkontrolle eingegangen zu sein. Die Forderungen für Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht seien im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten extrem hoch und stünden in keiner Relation mehr dazu, teilte Fraport mit. Die GdF beharre im Wesentlichen auf ihren hohen zweistelligen Forderungen, "die insgesamt Anpassungen bei Gehalt, Arbeitszeit und Sonderleistungen zwischen 50 und bis zu 70 Prozent beinhalten", hieß es in der Mitteilung von Fraport weiter. Auf Basis des vorliegenden Angebots sei der Flughafenbetreiber dennoch bereit, eine Vereinbarung zu schließen und hoffe, noch zu einer Einigung zu kommen.
Knackpunkt in den Verhandlungen war auch die Laufzeit des Tarifvertrages. Im Schlichterspruch seien vier Jahre vorgeschlagen worden, sagte Gewerkschaftssprecher Maas. "Fraport hätte aber gerne sechs Jahre gehabt, was eine untypisch lange Zeit ist."
Stand: 09.02.2012 - 4:19 PM Uhr
Quelle: dapd, dpa
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