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Deutschland will A400M-Bestellung nicht reduzieren

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will trotz der Mehrkosten und der angespannten Haushaltslage wie geplant 60 A400M abnehmen. Unterdessen hofft Airbus, dass sich der Militärtransporter doch noch zum Exportschlager entwickelt.

Airbus A400M im Flug - © © dpa -

Airbus A400M im Flug

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hofft trotz der angespannten Haushaltslage auf die Beschaffung aller 60 geplanten Militärtransportflugzeuge vom Typ A400M. Dieses Ziel halte er «nicht für unrealistisch», sagte Guttenberg am Dienstag bei einem Truppenbesuch in Eckernförde.

Er reagierte damit auf Expertenberechnungen, wonach die zwischen dem Hersteller EADS und den sieben Bestellnationen erreichte Einigung zur Aufteilung der Mehrkosten für Deutschland bis zu 650 Millionen Euro zusätzlich kosten werde. Alternativ ist eine Reduzierung der Stückzahl im Gespräch.

Guttenberg wies darauf hin, dass auch die Haushälter des Bundestages über die deutsche Verhandlungsstrategie gegenüber EADS informiert gewesen seien. Das Ziel, sich nicht von der Industrie erpressen zu lassen, sei erreicht worden. Jetzt müsse man «sehen, was geht», sagte der Minister mit Blick auf die Ausgestaltung des Milliardenvorhabens. Die Luftwaffe soll nach jüngsten Angaben das erste neue Flugzeug 2014 und damit fünf Jahre später als vorgesehen erhalten.

Die EADS-Tochter Airbus hatte sich 2003 gegenüber den sieben Bestellnationen Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und Türkei verpflichtet, 180 Maschinen zu einem Festpreis von 20 Milliarden Euro auszuliefern. Das gesamte Entwicklungsprogramm für den europäischen Militärtransporter kam jedoch drei Jahre in Verzug und verursachte Mehrkosten von 5,2 Milliarden Euro. Deutschland hatte vom A400M ursprünglich 73 Flugzeuge bestellt, diese Order jedoch auf 60 Maschinen für gut acht Milliarden Euro reduziert.

Gallois will A400M zum Exportschlager machen

Nach dem bisherigen Debakel um den A400M will Airbus die Maschine nun zum Exportschlager machen. Der Vertrag mit den europäischen Staaten sei ein erhebliches Verlustgeschäft, sagte der Vorstandschef der Airbus-Muttergesellschaft EADS, Louis Gallois, der "Welt" (Mittwoch). Daher liege die Zukunft des Programms im Export. Viele Länder einschließlich der USA hätten bereits Interesse bekundet.

Gallois glaubt, "dass der A400M das Zeug hat, zu einem Exportschlager zu werden, denn er bietet bessere Leistung und ist trotz der Preiserhöhung noch immer günstiger im Betrieb als alle Konkurrenzprodukte". Die interessierten Länder hätten bisher nur die Einigung mit den europäischen Bestellnationen über die Finanzierung abgewartet, um sicher zu sein, dass das Programm fortgesetzt wird. "Da das jetzt geschehen ist, ist der Weg frei", sagte Gallois. Airbus habe bereits "eine Menge Kontakte".

ddp, dpa

Stand: 10.03.2010 - 11:24 AM Uhr

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