Wirbt der Veranstalter mit "Rail and fly", trägt er die Folgekosten

09.08.2018 - 17:22 0 Kommentare

Mit Rail-and-fly-Angeboten können Reisende mit der Bahn zum Abflughafen fahren. Sollte der Zug verspätet sein, haftet der Veranstalter für die Folgekosten. Das urteilt der Bundesgerichtshof.

Aktenordner einer Klägerpartei. - © © dpa - Hendrik Schmidt

Aktenordner einer Klägerpartei. © dpa /Hendrik Schmidt

Wegen einer Zugverspätung eine Flugreise zu verpassen, ist ärgerlich und teuer. Denn es müssen Ersatzflüge gebucht werden. Wirbt jedoch ein Reiseveranstalter mit einem Zug-zum-Flug-Ticket der Bahn und berechnet dafür keine zusätzlichen Kosten, haftet er für die Bahnfahrt - und muss die Folgekosten tragen, wenn sich der Zug verspätet. Das entschied das Landgericht Hannover, wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht berichtet.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in der Vergangenheit bereits entsprechende Urteile gefällt. In dem verhandelten Fall kam es auf die Darstellung durch den Anbieter an: Nach Ansicht des Gerichts musste der Urlauber denken, das Rail-and-fly-Ticket sei eine eigene Leistung des Veranstalters.

Zugticket nicht als Fremdleistung gekennzeichnet

Dafür sprach etwa, dass das Zugticket im Katalog nicht als Fremdleistung gekennzeichnet war. In der Buchungsbestätigung fand sich zudem kein gesondertes Entgelt. Der Ticket-Voucher kam mit den anderen Reiseunterlagen. Und die Fahrkarten enthielten auch das Logo des Veranstalters.

Insgesamt nicht entscheidend war laut Gericht dagegen der Hinweis im Preisteil des Katalogs und auf der Ticketrückseite, dass der Urlauber für die rechtzeitige Ankunft am Flughafen selbst verantwortlich sei.

Von: dpa, br
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus