Air Berlin will noch in diesem Jahr einen Partner finden

07.06.2017 - 15:35 0 Kommentare

Etihad will Air Berlin noch bis Ende 2018 unterstützen, doch der Krisen-Carrier möchte noch in diesem Jahr einen neuen Partner finden. Airlinechef Thomas Winkelmann nennt nun erstmals Namen.

Flugzeuge der Air Berlin. - © © dpa - Ralf Hirschberger

Flugzeuge der Air Berlin. © dpa /Ralf Hirschberger

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann will noch im laufenden Jahr einen gewichtigen Partner für die finanziell stark angeschlagene Airline finden: "Wir müssen 2017 einen Partner finden, und die Lufthansa ist einer von einigen möglichen", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit".

"Ich prüfe alles, was für Air Berlin Sinn ergibt und die Arbeitsplätze langfristig sichert", sagte der ehemalige Lufthansa-Manager, der seit Februar die Geschicke beim Berliner Krisen-Carrier lenkt. Bei Air Berlin sind direkt rund 8400 Menschen angestellt.

38 Maschinen der Air Berlin fliegen bereits seit diesem Jahr im Wet-Lease für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings. Lufthansa hat schon offiziell Interesse an einer Übernahme der Air Berlin bekundet. Die bei einer Übernahme durch Lufthansa auftretenden kartellrechtlichen Probleme ließen sich lösen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Allerdings erwartet der Kranich-Konzern, dass Air-Berlin-Großaktionär Etihad seine deutsche Beteiligung zunächst entschuldet. Etihad widerum hatte zugesichert, Air Berlin bis Ende 2018 unterstützen zu wollen.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Die neuen Realitäten im deutschen Luftverkehr Apropos (16)

Winkelmann äußerte sich in dem Interview auch zu den aktuellen operativen Problemen der Airline, dass aktuell viele Fluggäste verspätet oder gar nicht an ihr Ziel kommen lässt. "Mir tun die Verspätungen leid", so der Airlinechef.

Ich selbst ärgere mich schon schwarz über zehn Minuten Verspätung.

Thomas Winkelmann, Air-Berlin-Chef

Air Berlin musste am Pfingstwochenende fast 30 Flüge streichen. Als Gründe für die Ausfälle nennt sie Engpässe bei Crews und Flugzeugen. Außerdem laufe die Zusammenarbeit mit dem neuen Bodendienstleister Aeroground in Berlin-Tegel nach wie vor nicht zufriedenstellend.

Hauptversammlung kommende Woche

Air Berlin machte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro. Auch in den ersten drei Monaten 2017 summierte sich das Minus auf täglich 3,3 Millionen Euro. In der kommenden Woche steht die Hauptversammlung der in Großbritannien registrierten Air Berlin PLC in London an.

© AirTeamImages.com, Yochai Lesen Sie auch: Air Düsseldorf, ick hör Dir trapsen! Gedankenflug

Da das negative Eigenkapital mit rund 1,4 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr eine Grenze überschritt, musste Air Berlin zudem eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einberufen, auf der die Finanzen der ehemals zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft erörtert werden sollen und die direkt im Anschluss an die Hauptversammlung stattfindet.

Von: cs
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