Alitalia-Bieterfeld vergrößert sich wohl wieder

18.01.2018 - 13:04 0 Kommentare

Nach dem Dementi von Air France/KLM bringen italienische Medien noch einen Interessenten für die insolvente Alitalia ins Spiel: den ungarischen Billigflieger Wizz Air. Die Investorensuche verzögert sich indes weiter.

A321 von Alitalia - © © AirTeamImages.com - Ido Wachtel

A321 von Alitalia © AirTeamImages.com /Ido Wachtel

Der Poker um die insolvente Alitalia nimmt nun offenbar wieder Fahrt auf. Laut italienischen Medienberichten soll auch der ungarische Low-Cost-Carrier Wizz Air Interesse an einer Übernahme von Teilen des ehemaligen italienischen Staatscarriers angemeldet haben. Gegenüber airliners.de wollte Wizz Air zu diesen "Medienspekulationen" keine Stellung nehmen.

Die Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" berichtete, alle 30 Unternehmen, die im Juni 2017 Interesse an Alitalia bekundet hatten, seien erneut kontaktiert worden. Wizz Air habe daraufhin Einblick in die Unternehmenszahlen erbeten.

Air France will doch nicht mitbieten

Vergangene Woche waren bereits Delta Air Lines und Air France/KLM als neue Bieter ins Spiel gebracht worden. Air France/KLM hatte daraufhin jedoch mitgeteilt, man werde kein Angebot abgeben.

Durch die neuen Sondierungen wird sich die Investorensuche für Alitalia weiter hinziehen. Das wurde bei einem Treffen der drei Alitalia-Kommissare mit den zuständigen italienischen Ministern in dieser Woche deutlich, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Demnach wird es vorerst keine exklusiven Gespräche mit einem Bieter geben, die ursprünglich Mitte Januar beginnen sollten.

Die Alitalia-Entscheider

Seit der Insolvenz im Mai 2017 steht Alitalia unter staatlicher Sonderverwaltung. Die Unternehmensführung besteht aus drei Kommissaren: dem Finanzexperten und ehemaligen Fiat-Manager Luigi Gubitosi, dem Betriebswirtschaftler Enrico Laghi und dem Luftverkehrsexperten Stefano Paleari. Sie berichten an Carlo Calenda, den italienischen Minister für Wirtschaftsentwicklung, und Verkehrsminister Graziano Delrio.

Grund für die Verzögerung ist auch die Unzufriedenheit mit dem bisherigen Angebot der Lufthansa Group. Der Konzern will rund 300 Millionen Euro für Teile von Alitalia zahlen, verlangt aber als Vorleistung eine Umstrukturierung des Carriers. Die Regierung erwartet mindestens 500 Millionen Euro.

Bei dem Treffen kündigten die Alitalia-Kommissare eine Verbesserung der Geschäftszahlen an. Im ersten Quartal könnte der Umsatz der Airline um drei bis vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zunehmen. Der staatliche Überbrückungskredit in Höhe von 900 Millionen Euro sei bislang nicht "substanziell angetastet" worden.

Von: pra
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