Weitere Tests in Frankfurt

Wie ein TaxiBot funktioniert

19.07.2012 - 18:31 0 Kommentare

Der konventionell mit einem Fahrer bemannte "TaxiBot"-Schlepper zieht Flugzeuge vom Gate bis zur Startbahn und hilft damit, Kerosin zu sparen und Lärm zu reduzieren. Was sich profan anhört, ist in der Praxis eine Herausforderung.

Flugzeugschlepper TaxiBot im Einsatz

Flugzeugschlepper TaxiBot im Einsatz
© Ricardo

CAD-Zeichnung des TaxiBot

CAD-Zeichnung des TaxiBot
© Ricardo

TaxiBot-Test mit einem Cockpitmodell

TaxiBot-Test mit einem Cockpitmodell
© Lufthansa Technik

Flugzeugschlepper TaxiBot im Einsatz

Flugzeugschlepper TaxiBot im Einsatz
© Ricardo

Flugzeugschlepper TaxiBot im Einsatz

Flugzeugschlepper TaxiBot im Einsatz
© Ricardo

Neuartige Schlepper sollen in Zukunft Lärm an Flughäfen reduzieren und Kerosin einsparen. Der wie andere Schlepper auch mit einem Fahrer besetzte "TaxiBot" schleppt Flugzeuge dazu vom Gate bis zur Startbahn. Die Triebwerke können ausgeschaltet bleiben. Was sich eigentlich ganz profan anhört, ist in der Praxis allerdings gar nicht so einfach:

Würden herkömmliche Schlepper ein Flugzeug bis zur Runway schleppen, hätte die Cockpit-Crew nämlich keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Rollrichtung. Rechtlich ist aber der Kapitän beim Rollen für die Maschine verantwortlich. Nachdem der TaxiBot die Maschine wie ein herkömmlicher Pushback-Truck vom Gate zurückgedrückt hat, schaltet der Fahrer daher in den sogenannten "Pilot-Mode".

Die Sensorik des TaxiBot bemerkt in diesem Modus, sobald die Cockpit-Crew die Parkbremsen des Flugzeugs löst und fährt daraufhin wie ein Auto mit Automatikgetriebe los. Die Cockpit-Crew kann das Gespann über die Cockpit-Lenkung (Steering-Tiller) genauso steuern, als würde das Flugzeug aus eigenem Antrieb rollen. Dabei kennt das System anhand einer Geo-Datenbank die für alle Taxiways maximale Geschwindigkeit.

Sobald der Pilot das Flugzeug abbremst, bremst auch der TaxiBot. Damit löst der neue Schlepper auch ein technisches Problem, das herkömmliche Pushback-Fahrzeuge für den Schlepp bis zur Startbahn bislang untauglich machte: Würde allein das Schleppfahrzeug ein vollbeladenes Flugzeug abbremsen, könnte es zu erheblichen Beschädigungen am Bugfahrwerk kommen.

An einer geeigneten Stelle vor der Startbahn koppelt der "Safety-Driver" den TaxiBot wieder ab, schaltet in den "Driver-Mode" und fährt zum nächsten Einsatz.

Bei einem durchschnittlichen Taxi-Vorgang einer 747 am Frankfurter Flughafen werden so bis zu 700 kg Kerosin eingespart. Neben den Vorteilen beim Kraftstoffverbrauch reduziert sich beim Schleppen durch den TaxiBot der Lärmpegel am Flughafen. Auch Beschädigungen an den Triebwerken durch vom Boden eingesaugte Objekte kann durch die neue Technologie vorgebeugt werden.

Das Entwickler-Konsortium aus Israel Aerospace Industries (IAI), dem Fahrzeughersteller TLD, Airbus und der Lufthansa-Technik-Tochter "Lufthansa LEOS" bereitet nun einen sechsmonatigen Test unter normalen Betriebsbedingungen am Flughafen Frankfurt vor. Ab Mai kommenden Jahres sollen drei TaxiBot-Schlepper in normaler operativer Umgebung intensiven Tests an Narrowbody-Flugzeugen unterzogen werden. Das System wurde bereits im Sommer 2011 in Frankfurt getestet, damals an einer Boeing 747.

Von: airliners.de
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