Wettbewerbsbehörde: Ryanair muss Anteil an Aer Lingus reduzieren

28.08.2013 - 16:50 0 Kommentare

Probleme mit den britischen Wettbewerbshütern hatte Ryanair schon seit längerem. Jetzt wurde der Billigflieger offiziell aufgefordert, seinen Anteil an der Konkurrenz-Airline Aer Lingus deutlich zu reduzieren.

Aer Lingus Airbus A330

Aer Lingus Airbus A330
© AirTeamImages.com

Boeing 737-800 der Ryanair im Landeanflug

Boeing 737-800 der Ryanair im Landeanflug
© dpa - Patrick Pleul

Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert mit einem Flugzeugmodell

Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert mit einem Flugzeugmodell
© dpa - Patrick Seeger

Die britische Kartellbehörde hat die irische Fluggesellschaft Ryanair zum Verkauf wesentlicher Anteile an der Konkurrenz-Airline Aer Lingus aufgefordert. Ryanair müsse seinen Anteil von derzeit 29,82 Prozent auf fünf Prozent reduzieren, befanden die britischen Wettbewerbshüter. Als Begründung dafür führten sie an, der Wettbewerb auf den Strecken von Irland nach Großbritannien sei beeinträchtigt. Ryanair-Vorstandschef Michael O'Leary nannte die Entscheidung «bizarr» und kündigte Berufung an.

Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus begrüßte die Entscheidung der britischen Behörden. Für das Aer-Lingus-Management sei die heutige Entscheidung der Kartellbehörden eine erneute Bestätigung dafür, dass die bisherige Minderheitsbeteiligung des härtesten Wettbewerbers wettbewerbsschädlich sei, teilte die Airline mit. Die Beteiligung stehe konträr zu den Interessen der rund 14 Millionen Flugpassagiere, die jährlich zwischen Irland und Großbritannien befördert werden.

Ryanair hatte im Jahr 2006 knapp 30 Prozent an Aer Lingus übernommen und jahrelang versucht, den Konkurrenten ganz zu übernehmen. Dreimal scheiterte die Billigfluglinie damit, zuletzt im Februar, als die EU-Kommission ihr Veto einlegte. Die Regierung in Dublin als Aktionär und die Fluggesellschaft selbst lehnten das Ryanair-Ansinnen einer Übernahme von Anfang an ab.

Kartellwächter sehen Wettbewerb beeinträchtigt

Die britische Wettbewerbsbehörde befand nun, der Wettbewerb auf den hochfrequentierten irisch-britischen Strecken sei von der Ryanair-Beteiligung an Aer Lingus beeinträchtigt. Aer Lingus werde durch den Einfluss des Billigfliegers auch an Kooperationen mit anderen Fluggesellschaften gehindert. Somit werde das Wachstumspotenzial von Aer Lingus gehemmt.

Die frei werdenden Anteile von Aer Lingus dürften nicht von einer anderen Fluggesellschaft gekauft werden, verfügte die Kartellbehörde weiter. Ryanair hatte sich im Juli bereit erklärt, seine Aer-Lingus-Anteile an eine andere Airline zu verkaufen. Für die knapp 30-prozentige Beteiligung könnten alle interessierten Fluggesellschaften aus der Europäischen Union ein Angebot abgeben, hatte Ryanair erklärt.

Von: airliners.de, AFP, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Air Berlin Messestand auf der ITB 2009. Wenn Ryanair nicht mehr kann und Easyjet nicht mehr will

    Gedankenflug Durch die aktuelle Ryanair-Schwäche wird es plötzlich ganz eng für Air Berlin. Warum ein möglicher Easyjet-Rückzieher nach den Ryanair-Streichungen und der Monarch-Pleite nur logisch ist, erklärt airliners.de-Herausgeber David Haße.

    Vom 09.10.2017
  • Alitalia-Maschinen stehen am Flughafen "Leonardo da Vinci" in Rom. Ryanair will nicht mehr für Alitalia bieten

    Ryanair will nicht mehr für Alitalia bieten. Man müsse sich voll darauf konzentrieren, die eigenen Probleme mit der Dienstplanung zu beheben, teilte der Billigflieger mit. Ryanair hatte im Juli ein unverbindliches Angebot für die insolvente italienische Airline gemacht.

    Vom 27.09.2017
  • Absperrband der Alitalia am Flughafen in Mailand Alitalia verlängert Bieterfrist

    Eigentlich sollte Anfang Oktober Schluss sein: Alitalia fordert verbindliche Kaufangebote. Um Bietern entgegenzukommen hat die Pleite-Airline die Frist nun verlängert. Laut Medien sind zehn Interessenten im Rennen.

    Vom 25.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus