Weniger Unfalltote denn je in der Luftfahrt

03.01.2018 - 09:18 0 Kommentare

2017 war das Jahr mit den bislang wenigsten Todesopfern in der zivilen Luftfahrt, heißt es in einer Analyse des Aviation Safety Network. Dennoch warnt der BDL vor neuen Gefahren am Himmel.

Erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der Flugzeugunglücke ist erheblich niedriger als vor 30 JahrenFoto: © dpa, Fredrik von Erichsen

Das Fliegen ist statistisch gesehen sicherer denn je: Im vergangenen Jahr war die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, 350-mal geringer als im Durchschnitt der 1970er-Jahre. Dies teilt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) unter Berufung auf eine Auswertung des Aviation Safety Network mit.

Demnach gab es in der zivilen Luftfahrt insgesamt zehn Flugzeugabstürze, bei denen 44 Passagiere und Crewmitglieder sowie weitere 35 Personen am Boden zu Tode kamen. 2016 starben noch 303 Menschen bei Flugzeugunglücken. Der bisherige Negativrekord wurde 1972 erreicht, als 2469 Menschen bei Abstürzen ums Leben kamen.

Grafik: © BDL

Grund für den historischen Tiefstand im Jahr 2017 war, dass im kommerziellen Passagierverkehr keine großen Jets abstürzten, sondern lediglich kleine Propeller- und Turboprop-Maschinen. Noch am letzten Tag des Jahres verunglückte eine Cessna der Nature Air in Costa Rica, alle zwölf Insassen starben.

Die meisten Todesopfer in der zivilen Luftfahrt waren beim Absturz eines Frachtflugzeugs in Kirgistan im Januar vergangenen Jahres zu beklagen. Dabei starben neben vier Besatzungsmitgliedern auch 35 Bewohner eines nahen Wohnviertels. Unglücke von Militärmaschinen und von Flugzeugen mit weniger als 14 Passagierplätzen gingen nicht in die Statistik ein.

BDL sieht neue Gefahren

Trotz der erfreulichen Entwicklung der vergangenen Jahre und Jahrzehnte sieht man beim Branchenverband BDL aber auch neue Bedrohungen für die Flugsicherheit. Insbesondere die Gefährdung durch Drohnen habe rapide zugenommen.

Während 2015 erst 14 Drohnensichtungen von Piloten bei der Deutschen Flugsicherung gemeldet wurden, waren es bis November 2017 bereits 86. Die Flugsicherung schätzt, dass schon bald rund eine Million der unbemannten Fluggeräte über Deutschland unterwegs sein werden.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Fliegen wird laut Statistik immer sicherer Hintergrund

Deshalb fordert BDL-Geschäftsführer Matthias von Randow: "Die Sicherheitsstandards für Drohnen müssen erhöht und das Regelwerk erweitert werden." Die deutsche Drohnenverordnung vom März 2017 müsse unter anderem durch eine gesetzliche Registrierungspflicht ergänzt werden.

Von: pra mit Material von dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

  • Einmal im Monat veröffentlicht die Luftrechts-Expertin Nina Naske auf airliners.de eine neue Kolumne. Alle Luftrechts-Folgen lesen. Die Genehmigung für Erd-Fernerkundungssysteme

    Luftrechtskolumne (61) Was hat es mit dem Abbruch des Livestreams beim Space-X-Raketenstart auf sich? Unsere Luftrechtskolumnistin Nina Naske erklärt das Satellitendatensicherheitsgesetz und macht einen Themenausflug in die Raumfahrt.

    Vom 10.04.2018
  • Im Terminal am Flughafen Hamburg Hamburg will eine halbe Million von Easyjet

    Wegen mehr als 20 verspäteten Starts und Landungen im vergangenen Jahr fordert die Fluglärmschutzbeauftragte von Hamburg nun fast eine halbe Million Euro von Easyjet. Die Airline will die Vorfälle prüfen.

    Vom 02.03.2018
  • Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel Lufthansa lässt EU-Auflagen gerichtlich prüfen

    Die EU-Kommission schreibt Lufthansa vor, bei einem neuen Käufer von Niki die bereits gekauften Flugzeuge abgeben zu müssen - dagegen wehrt sich der Kranich-Konzern nun nach airliners.de-Informationen.

    Vom 09.02.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus