Flugsicherung treibt Stellenabbau voran

13.04.2016 - 13:53 0 Kommentare

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) muss mit weniger Personal mehr Flugverkehr abwickeln. Der geplante Personalabbau ist bereits zu mehr als zwei Dritteln abgeschlossen.

Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) im Tower des Flughafens Düsseldorf. - © © dpa - Oliver Berg

Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) im Tower des Flughafens Düsseldorf. © dpa /Oliver Berg

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will künftig mit einer kleineren Mannschaft den wachsenden Flugverkehr über Deutschland bewältigen. Den bis 2019 geplanten Personalabbau um rund 600 Kräfte auf 5500 Beschäftige habe man bereits zu mehr als zwei Dritteln bewältigt, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle am Mittwoch in Langen bei Frankfurt. Ausscheidende Kollegen würden nur in 43 Prozent der Fälle ersetzt. Der Stellenabbau war im August 2013 angekündigt worden.

Weil gleichzeitig die Zahl der von der DFS kontrollierten Flüge steigt, setzt das bundeseigene Unternehmen neue Technologien mit höherer Automatisierung ein. In den kommenden Jahren will die DFS beispielsweise die Towerkontrolle kleinerer deutscher Flughäfen aus einem Zentrum in Leipzig erledigen. Den Anfang macht 2018 Saarbrücken, dann folgen nach den DFS-Plänen Dresden, Erfurt, Münster-Osnabrück und Bremen.

Zudem soll das Projekt "Sektorloses Air Traffic Management" vorangetrieben werden. Dabei könnte künftig ein Lotse nicht mehr für einen Sektor, sondern für mehrere Flüge im gesamten Luftraum verantwortlich sein, hieß es seitens der DFS. In etwa vier bis fünf Jahren soll dieses neue System - das zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt wird - in verkehrsarmen Lufträumen erstmals in Betrieb genommen werden. Flugzeuge werden nicht mehr von Sektor zu Sektor "weitergereicht", sondern auf einem Flug durch einen Luftraum von einem Lotsen betreut.

Steigendes Flugaufkommen erwartet

Vor allem das wirtschaftliche Wachstum und der härtere Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften hatten im vergangenen Jahr die Zahl der Flüge über Deutschland um 1,6 Prozent auf 3,03 Millionen steigen lassen. Wesentliche Impulse ergaben sich laut DFS aus den momentan niedrigen Kerosinpreisen und dem Wachstum des Billigflugsektors.

Auch für die Jahre bis 2021 erwartet die DFS vor allem wegen des ausgedehnten Angebots der Billigflieger mehr Flüge über Deutschland. Bremsend wirke allerdings die deutsche Luftverkehrssteuer für jedes Ticket, sagte Scheurle.

© dpa, Uli Deck Lesen Sie auch: DFS sieht Luftverkehr in leichtem Aufwind

Die DFS erhöhte im vergangenen Jahr ihren Umsatz mit steigenden Gebühren und zusätzlichem Geschäft um 8,7 Prozent auf 1,242 Milliarden Euro. Der Überschuss stieg stark von 34,9 Millionen auf 122,4 Millionen Euro. Das reicht nach Scheuerles Einschätzung allerdings bei weitem nicht, die durch Niedrigzinsen entstandene Deckungslücke bei den Betriebsrenten für die Fluglotsen zu schließen. Er bezifferte die Lücke auf 1,7 Milliarden Euro.

Das Unternehmen werde in den nächsten Tarifverhandlungen mit den Lotsen im Jahr 2018 darauf drängen, dass das Personal einen Teil des Zinsrisikos übernehme. Eine Zinswende sei nicht absehbar.

© dpa, Marius Becker Lesen Sie auch: Flugsicherungsgebühren fallen in diesem Jahr niedriger aus

Von: gk, dpa
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