Weitere Maßnahmen gegen Fluglärm in Hamburg gestartet

26.04.2016 - 17:15 0 Kommentare

Der Flughafen Hamburg und der Senat der Hansestadt haben jetzt weitere Maßnahmen gegen Fluglärm auf den Weg gebracht. Unter anderem starteten Airport und fünf Airlines ein Pünktlichkeitsoffensive.

Die Unterzeichnenden der

Die Unterzeichnenden der "Gemeinsamen Erklärung zum Abbau von Verspätungen nach 23 Uhr am Hamburg Airport". © Flughafen Hamburg /Michael Penner

Hamburg will die Lärmschutz-Auflagen an seinem Flughafen verschärfen. Dazu legte der Senat der Hansestadt am Dienstag einen 16-Punkte-Plan gegen Fluglärm vor. Er sieht unter anderem vor, dass laute Flugzeuge künftig höhere Gebühren zahlen müssen und für Verstöße gegen Nachtflugbeschränkungen Bußgelder bis zu 10.000 Euro drohen.

Außerdem erklärten die fünf Fluggesellschaften Air Berlin, Condor, Easyjet, Eurowings/Germanwings und Lufthansa, künftig nach 23.00 Uhr so selten wie möglich landen zu wollen. Ausnahmen hiervon sollen für alle Airlines teurer werden, der Preis der Genehmigungen kann sich auf 1300 Euro nahezu verdreifachen. Vertreter des Airlines sowie des Flughafens unterzeichneten dazu eine "Gemeinsame Erklärung zum Abbau von Verspätungen nach 23 Uhr am Hamburg Airport".

Alle diese Maßnahmen zusammen würden für viele Bürger eine spürbare Entlastung in puncto Lärm bringen, erklärte der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Kritik an der Selbstverpflichtung der fünf Gesellschaften kam von der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz (BAW): "Das ist alles gut gedacht", zitierte der Newsletter "Elbvertiefung" der Wochenzeitung "Die Zeit" BAW-Sprecher Martin Mosel. "Aber was ist mit den anderen Airlines?"

Fluglärmschutzbeauftragtengesetz geplant

An der Umsetzung des Senats-Katalogs, der noch von der Bürgerschaft verabschiedet werden muss, soll die Fluglärmschutzbeauftragte Gudrun Pieroh-Joußen gemeinsam mit Behörden, Flughafen und Flugsicherung arbeiten. Sie sei weitgehend weisungsunabhängig, erklärte der Senat. Hamburg wolle als erstes Bundesland ein Fluglärmschutzbeauftragtengesetz einführen.

Der Flughafen werde sich mit seinen fünf Partnern darauf konzentrieren, die letzten Flugzeuge eines Tages pünktlich in Hamburg starten oder landen zu lassen, kündigte der Chef des Hamburg Airport, Michael Eggenschwiler, an. "Das ist von großer Bedeutung für die Anwohner in Hamburg und in Schleswig-Holstein." Der Flughafen ist täglich von 6.00 bis 23.00 Uhr in Betrieb, danach gibt es Nachtflugbeschränkungen. Im vergangenen Jahr wurden 15,6 Millionen Passagiere abgefertigt, ein Rekordwert. Die komplette Jahresstatistik 2015 des Hamburger Airports gibt es hier.

© dpa, Christian Charisius Lesen Sie auch: Airport Hamburg schließt Geschäftsjahr mit höherem Gewinn ab

Von: gk, dpa
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