Weiter Streit um Kassel-Calden

15.12.2011 - 16:16 0 Kommentare

Der Flughafen Kassel-Calden war erneut Thema im hessischen Landtag. Grüne und Linkspartei sehen in dem Projekt eine Millionenverschwendung. Schwarz-Gelb und SPD sprechen von einer wichtigen Investition in die Zukunft.

Übersicht über die geplante Flughafenanlage in Kassel-Calden

Übersicht über die geplante Flughafenanlage in Kassel-Calden
© Flughafen GmbH Kassel

Ein Mann schaut mit dem Fernglas über die Baustelle für den geplanten Regionalflughafen Kassel-Calden

Ein Mann schaut mit dem Fernglas über die Baustelle für den geplanten Regionalflughafen Kassel-Calden
© dpa - Uwe Zucchi

Ausblick von der Besucherterrasse auf die Baustelle des Flughafens Kassel-Calden (8.12.2011)

Ausblick von der Besucherterrasse auf die Baustelle des Flughafens Kassel-Calden (8.12.2011)
© dpa - Heiko Meyer

Die Meinungen über die Zukunft des Regionalflughafens Kassel-Calden gehen im hessischen Landtag weiter auseinander. CDU und FDP sehen in dem Projekt eine wichtige Entwicklungschance für die Region. Grüne und Linksfraktion sprachen dagegen am Donnerstag von einer enormen Fehlinvestition.

Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) sagte in der Aktuellen Stunde des Wiesbadener Landtags, eine europäische Region wie Kassel bedürfe der Verkehrsanbindung. Rechtliche Klarheit gehe aber vor Schnelligkeit, deshalb arbeite die Regierung den Planfeststellungsbeschluss systematisch ab.

Dagegen sagte die nordhessische Abgeordnete der Linkspartei, Marjana Schott: "Niemand in der Region glaubt noch ernsthaft, dass dies ein Flughafen wird." Die Regierung lobe sich selbst dafür, "dass man in Nordhessen die Millionen vergräbt." Die bisher 248 Millionen Euro seien "mit Sicherheit nicht das Ende der Fahnenstange." Entstanden sei mit dem Geld aber "nur Beton", die Landschaft sei zerstört worden. "Ich glaube nicht daran, dass eine Fluggesellschaft kommt, dass da ein Flugzeug fliegt, und dass da Arbeitsplätze entstehen", fügte Schott hinzu. Grünen-Verkehrsexpertin Karin Müller warf Schwarz-Gelb vor, kein zukunftsträchtiges Projekt zu schaffen. "Jeder kann sehen, wie die Millionen verbuddelt werden."

SPD betont Bedeutung für positive Entwicklung der Region

Der nordhessische CDU-Abgeordnete Dirk Landau sprach dagegen von einer "wichtigen Grundsteinlegung für ganz Nordhessen." Auch bei dem Gegenwind, der bei solchen Großprojekten üblich sei, "wird hier Zukunft geschaffen". Kassel mit seiner zentralen Lage habe "Potenzial für mehr", der Regionalflughafen werde "ein wichtiger Baustein" für die Entwicklung der Region sein und dafür sorgen, "dass die Region Anschluss an die Welt erhält."

Kassel sei die dynamischste Stadt Deutschlands, und eine solche Stadt brauche einen Flughafen, betonte auch der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders. "Mit Radwegen alleine haben wir Kassel nicht dazu gemacht", sagte er. Nur wer seine Politik auf Nullwachstum gründen wolle, könne sagen, es brauche keine neuen Investitionen.

Auch der SPD-Abgeordnete Uwe Frankenberger sagte, die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region werde durch den Ausbau und eine bessere Verkehrsanbindung vorangetrieben. Mit dem Ausbau werde eine Infrastruktur geschaffen, die neue Gewerbeansiedlungen ermögliche und bestehende Unternehmen weiter fördere.

Zugleich kritisierte er aber auch, der versprochene Ausbau der Ortsumgehung von Calden komme nicht voran. Die Menschen dürften "nicht länger hingehalten werden, Sie sind da im Wort, dass da endlich etwas passiert", sagte er in Richtung Regierung.

Von: dapd
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