Ufo ruft zu ganztägigem Streik bei Eurowings und Germanwings auf

26.10.2016 - 17:34 0 Kommentare

Die Tarifgespräche sind gescheitert - darum hat die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zu einem Arbeitskampf bei der Eurowings aufgerufen. Aber auch bei der Germanwings soll gestreikt werden.

Eine Flugbegleiterin der Eurowings. - © © dpa - Oliver Berg

Eine Flugbegleiterin der Eurowings. © dpa /Oliver Berg

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder bei der Fluggesellschaft Eurowings zu einem ganztägigen Streik am Donnerstag aufgerufen. Der Ausstand sei an den Standorten Düsseldorf und Hamburg geplant, teilte Ufo mit.

Gleichzeitig forderte Ufo auch die Flugbegleiter der Germanwings dazu auf, an den Standorten Düsseldorf, Köln, Dortmund, Hannover, Stuttgart, Berlin und Hamburg die Arbeit niederzulegen - ebenfalls ganztägig. Damit ist nahezu das gesamte Europanetz der Lufthansa-Billig-Plattform Eurowings von Ausfällen und Verspätungen bedroht.

Die Verhandlungen zum Teilzeittarifvertrag bei der Germanwings seien gescheitert, teilte die Gewerkschaft mit. "Auf unser Forderungspaket wurde nicht eingegangen, mehrere Termine fielen ersatzlos aus", hieß es. Das Angebot der Germanwings zu Teilzeiten lasse eine Entlastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zu.

Eurowings bietet eine Schlichtung an

Auch mit der Eurowings waren die Verhandlungen geplatzt. Dieser Streik bezieht sich auf die Tarifforderungen zum Vergütungstarifvertrag, Manteltarifvertrag, zur betrieblichen Altersversorgung, zum Mitarbeiterfonds und zur Arbeitsplatzsicherung.

Die Eurowings hat eigenen Angaben zufolge eine Schlichtung zu allen offenen Tarifvertragsthemen angeboten. Der Vorschlag sei jedoch "in keiner Weise einigungsfähig" gewesen, erklärte die Gewerkschaft. Zu einem Gegenvorschlag der Arbeitnehmervertreter teilte die Eurowings mit, dass dieser geprüft werde.

"Wir müssen davon ausgehen, dass es sich dabei um eine bloße Verzögerungstaktik handelt", erklärte Ufo-Vize Sylvia De la Cruz. Daher komme die Gewerkschaft "nicht umhin", zu Arbeitskämpfen aufzurufen.

Airline fordert Wiederaufnahme der Verhandlungen

"Während bei anderen Fluggesellschaften über Abbau gesprochen wird, sprechen wir über Wachstum und Tariferhöhungen in einem schwierigen Marktumfeld", sagte der Personal-Geschäftsführer der Eurowings, Jörg Beißel. "Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Verantwortung der Ufo, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und lösbare Tarifkonflikte nicht auf dem Rücken unserer Kunden auszutragen."

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Flugbegleiter-Streiks bei Eurowings sind vorerst abgewendet

Es geht um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 400 Flugbegleiter der in Düsseldorf sitzenden deutschen Fluggesellschaft Eurowings GmbH. Diese betreibt 23 Mittelstreckenjets der expandierenden Lufthansa-Billigplattform Eurowings. Unter dieser Marke ist inzwischen auch die Germanwings unterwegs. Sie betreibt für die Plattform 58 Flugzeuge.

Es ist fraglich, wie viele der Eurowings-Flugbegleiter Ufo tatsächlich zu einem Streik bewegen kann, da auch die Konkurrenzgewerkschaft Verdi in der Belegschaft stark vertreten ist. Letztere hatte im September einen Warnstreik bei der Eurowings GmbH veranstaltet, in dessen Folge acht Flüge in Düsseldorf annulliert werden mussten. Seit 2008 hat ausschließlich Ufo bei der Lufthansa-Tochter neue Tarifverträge für die Flugbegleiter abgeschlossen.

Von: ch, AFP, dpa
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