Medienbericht: Kontrolleure in Köln/Bonn nicht ausreichend geschult

08.07.2016 - 17:21 0 Kommentare

Nicht einmal die Hälfte der Kontrolleure am Airport Köln/Bonn könne Sprengstoffe auf den Bildschirmen der Überwachungsgeräte erkennen, heißt es in einem Medienbericht. Dieser beruft sich auf ein Papier der zuständigen Sicherheitsfirma.

Eine Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma kontrolliert die Aufnahmen von aufgegebenen Gepäckstücken. - © © dpa - Hannibal Hanschke

Eine Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma kontrolliert die Aufnahmen von aufgegebenen Gepäckstücken. © dpa /Hannibal Hanschke

Die Kontrolleure am Flughafen Köln/Bonn sind einem Medienbericht zufolge nicht ausreichend geschult, um Bomben und Sprengstoff im Gepäck zu erkennen. Das berichtet der WDR und verweist auf eine Bestätigung des zuständigen Sicherheitsunternehmens.

Nicht einmal die Hälfte der Mitarbeiter könne moderne Zünder oder Sprengstoffe auf den Bildschirmen der Überwachungsgeräte zuverlässig erkennen, heißt es. Schuld sei nach Angaben des Unternehmens ein veraltetes Computerprogramm der Bundespolizei, mit dem die Mitarbeiter seit Jahren geschult würden. Allerdings werde das Programm seit sechs Jahren nicht mehr aktualisiert. Dazu komme der akute Personalmangel, der die Situation noch verschärfe, heißt es in dem Bericht.

Sicherheitsfirma und Bundespolizei reagieren

Das Unternehmen selbst erklärte auf Anfrage, die Passagierkontrollen am Köln/Bonner Airport seien sicher. Hohe Standards würden fortlaufend an aktuelle Anforderungen angepasst.

Auch die Bundespolizei verwies in einer schriftlichen Stellungnahme auf sichere Kontrollen: Bei der Aus- und Fortbildung der Luftsicherheitsassistenten würden die "national und damit vom Bundesministerium des Innern verbindlichen Standards und Vorschriften eingehalten". Das gelte für Schulungsinhalte als auch für die Geräte.

Bei einer Überprüfung durch die EU waren Anfang des Jahres Mitarbeiter in der Passagierkontrolle am Flughafen Köln/Bonn durchgefallen. Die Sicherheitsfirma hatte damals mit Fortbildungen der Mitarbeiter reagiert.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: EU-Tests decken Sicherheitsmängel am Airport Köln/Bonn auf

Gewerkschafter werfen den Sicherheitsbehörden seit langem vor, auf Kosten der Sicherheit zu sparen. Sie fordern, dass die Kontrollen an Flughäfen wieder durch Beschäftigte der Bundespolizei wahrgenommen werden. Deutschlandweit stehen weniger als 600 Bundespolizisten rund 9000 Mitarbeitern privater Unternehmen gegenüber.

Von: ch, dpa
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