WDL Aviation droht Köln/Bonn mit Abzug

27.11.2018 - 09:00 0 Kommentare

Die Fluggesellschaft WDL hat Wachstumspläne, ist aber mit den Zukunftsperspektiven am Heimatairport Köln/Bonn nicht zufrieden. Unternehmenschef Simon erwägt nun sogar einen Wegzug.

Zeitfracht-Chef Wolfram Simon. - © © privat -

Zeitfracht-Chef Wolfram Simon. © privat

WDL Aviation ist mit den aktuellen Konditionen am Flughafen Köln/Bonn offenbar unzufrieden. Derzeit sei für die Fluggesellschaft unklar, welches Konzept der Airport verfolge und ob er Schwerpunkte beim Fracht- oder Passagierverkehr setzen wolle, sagte Geschäftsführer, Chef der Muttergesellschaft Zeitfracht, dem "Kölner Stadtanzeiger".

Wir brauchen einfach Verlässlichkeit für die nächsten Jahre und die haben wir in Köln/Bonn derzeit nicht.

Wolfram Simon, Chef von Zeitfracht

Einen Umzug der WDL schließt Simon daher nicht aus, auch wenn er ihn als "größten anzunehmenden Unfall" bezeichnet. Eine Alternative zu Köln/Bonn sei etwa der Flughafen Düsseldorf. Gespräche habe man dazu aber noch nicht geführt.

Unsicherheit beim Hangar und den Gebühren

Die Kritik am Flughafen hat zwei Gründe: WDL Aviation fürchtet um die angestammte Wartungshalle in Köln/Bonn. Denn der Flughafen hat zuletzt keine langfristige Verlängerung des Mietvertrags mehr angeboten, wie airliners.de aus Branchenkreisen erfuhr. Damit fehle der Airline die Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Denn auf die eigene Wartung will sie auf keinen Fall verzichten.

Der zweite Punkt betrifft alle Airlines in Köln: Der Flughafen plant eine neue Gebührenordnung, die 2020 in Kraft treten soll. Details dazu liegen zwar noch nicht vor, aber Simon betonte bereits jetzt, eine eventuelle Preissteigerung könne WDL im Rahmen der bestehenden Verträge nicht an die Kunden weitergeben.

WDL plant auf Zuwachs

Ein Flughafensprecher sagte auf Anfrage von airliners.de, die Konsultationen mit den Airlines zum Thema Gebühren sollten erst im kommenden Jahr stattfinden. Zur Zukunft des WDL-Hangars in Köln/Bonn wollte er nicht Stellung nehmen.

© WDL, Lesen Sie auch: WDL findet Jets für Flottenerneuerung

WDL hat seit 1991 ihren Sitz in Köln/Bonn, seit 2017 gehört sie zur Zeitfracht-Gruppe. Simon hat große Wachstumspläne - sowohl für das Fracht- als auch für das Passagiergeschäft. "Langfristig soll WDL ein führender Anbieter im sogenannten Wet-Lease Dienstleistungsgeschäft werden und für alle führenden Fluggesellschaften arbeiten", sagte er. Schon 2019 werde die Belegschaft in Köln/Bonn von 129 auf 200 Mitarbeiter wachsen.

Von: pra
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