Flugzeugtausch

Was bei Ersatzflügen erlaubt ist

26.02.2013 - 10:09 0 Kommentare

Wenn der Flug annuliert oder überbucht ist, wird den betroffenen Passagieren in den meisten Fällen ein Ersatzflug angeboten. Doch dabei müssen Passagiere und Airlines einiges beachten.

Flugreisende stehen im Flughafen in Hamburg in einer Schlange vor einem Check-In-Schalter. - © © dpa - Daniel Reinhardt

Flugreisende stehen im Flughafen in Hamburg in einer Schlange vor einem Check-In-Schalter. © dpa /Daniel Reinhardt

Bei Ersatzflügen haben Passagiere keinen Anspruch auf ein gleichwertiges Flugzeug. Muss die Airline wegen Annullierung oder Überbuchung einen Ersatzflug anbieten, darf sie theoretisch einen Jet durch eine Propellermaschine ersetzen. Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg weist aber darauf hin, dass die Fluggäste entscheiden dürfen, ob sie den Ersatzflug in Anspruch nehmen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen.

Das gilt allerdings nicht für Passagiere, die freiwillig auf eine Ersatzmaschine umsteigen. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn ein Flug überbucht ist. Dann sucht die Airline zunächst Gäste, die freiwillig auf die Ersatzmaschine umsteigen. Weil diese dem Ersatzflug ja von sich aus zugestimmt haben, können sie den Ticketpreis laut Fischer-Volk nicht mehr zurückverlangen.

Haben Passagiere Business-Class gebucht und müssen notgedrungen auf eine Ersatzmaschine umsteigen, haben sie weiterhin das Recht auf ihren Business-Platz. Hat der Ersatzflieger allerdings nur Plätze in der Economy-Class frei, haben die Gäste Anspruch auf eine Minderung des Flugpreises. Dann müssen sie die Fluggesellschaft aber sofort darauf aufmerksam machen.

Das kann schriftlich geschehen, wenn die Airline die Umbuchung im Voraus ankündigt. Oder Passagiere weisen bei kurzfristigen Umbuchungen etwa am Schalter auf ihren Minderungsanspruch hin. Nehmen sie die Economy-Plätze stillschweigend an, können sie hinterher nicht mehr versuchen, den Preis zu mindern. «Denn sie hätten den Ersatzflug ja nicht annehmen müssen», sagt Fischer-Volk.

Kündigt die Airline den Ersatzflug nicht rechtzeitig an, also nicht mindestens 14 Tage vorher, hat der Fluggast zusätzlich Anspruch auf eine finanzielle Ausgleichszahlung gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung. Die Höhe hängt von der Flugstrecke ab: Bei Flügen bis 1500 Kilometer gibt es 250 Euro, bei Flügen zwischen 1500 und 3500 Kilometern 400 Euro, bei Flügen über 3500 Kilometer 600 Euro. Die Beträge halbieren sich, wenn eine zeitnahe Ersatzbeförderung angeboten wird - das heißt, dass sich die Ankunft je nach Entfernung nicht mehr als zwei bis vier Stunden verzögert.

Von: dpa
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