In eigener Sache

Warum wir manche Wörter anders schreiben, als manche es für richtig halten

06.06.2019 - 17:01 0 Kommentare

Immer wieder erreichen uns Leserzuschriften, die uns auf vermeintlich falsche Schreibweisen von Begriffen hinweisen. Eine Erläuterung, warum wir "Icao" statt "ICAO" und "A320 Neo" statt "A320neo" schreiben.

Redakteur bei der Arbeit. - © © Adobe Stock, 43054620 - Kanea

Redakteur bei der Arbeit. © Adobe Stock, 43054620 /Kanea

Rechtschreibung ist nicht immer einfach und überall wo geschrieben wird, werden Fehler gemacht. Es gibt fehlerhafte Satzkonstruktionen und falsche, vergessene oder zu viele Buchstaben. Das ist auch bei airliners.de so, obwohl in der Regel mindestens zwei Redakteure über jeden Artikel lesen, bevor er online geht.

Darum freuen wir uns über jeden Hinweis für Verbesserungen. Einige der gemeldeten Fehler sind aber gar keine. Wir schreiben in unserer Redaktion bestimmte Dinge anders, als manche Leser es vielleicht erwarten. Denn die airliners.de-Redaktion hat über die vergangenen Jahre bestimmte Redaktionsrichtlinien entwickelt.

Ganz generell halten wir uns im Großen und Ganzen an die neue deutsche Rechtschreibung und an die gängige Praxis in Nachrichtenredaktionen. Zahlen schreiben wir darum bis zwölf aus und ab 13 geht es numerisch weiter. Hinter den Tausendern kommt erst ab der 10.000 ein Punkt und wir vermeiden in unseren Texten wo immer es geht sämtliche Abkürzungen wie etwa "Mio." oder "%" - aber auch wie zum Beispiel "z.B.".

Das Problem mit Marketing-Schreibweisen

Ein Beispiel für airliners.de-spezifische Redaktionsrichtlinien betrifft das Ignorieren von Marketing-Schreibweisen wichtiger Branchen-Player. Statt "easyJet" werden wir immer "Easyjet" schreiben. Warum sollte es auch mitten in einem Wort einen großen Buchstaben geben? Derlei Beispiele gibt es immer wieder, gerade bei Fluggesellschaften.

Aber wir sind an dieser Stelle auch nicht so stringent, wie es vielleicht sein sollte. Denn eigentlich müsste man sogar "Easy Jet" schreiben, weil es zwei Worte sind. Nur sähe das echt komisch aus. "TUIfly" schreiben wir "Tuifly", "airberlin" war bei uns immer "Air Berlin" und im Zuge dieses Artikels ist aufgefallen, dass wir ab sofort "SunExpress" immer "Sunexpress" schreiben werden und nicht getrennt, wie bislang durchaus vorgekommen ist.

Ein gutes Beispiel für die Wirren rund um Marketing-Schreibweisen ist auch "Laudamotion". Dort wurde das "motion" vor Kurzem gestrichen. Jetzt schreibt sich die Airline selbst "LAUDA". Das illustriert ganz gut das generelle Problem mit Marketing-Namen: Sie ändern sich auch gerne mal mit einem neuen Logo.

Es gibt zwei Arten von Abkürzungen

Häufig in Zuschriften bemängelt werden auch unterlassene Großschreibungen von Abkürzungen, was vielfach auch in Richtung Marketing-Schreibweisen geht. "Warum schreibt Ihr Icao? Das schreibt sich doch ICAO? Da könntet ihr ja auch Mtu statt MTU schreiben", umschreibt eine gängige Rückmeldung unserer Leser.

Aber dazu gibt es bei uns eine wirklich einfache und klare Regel: Immer wenn man die Abkürzung als Wort spricht, wird sie als Wort geschrieben. Beispiele sind "Easa", "Tui" oder das "Neo" beim Airbus. Wenn man die Abkürzung aber als einzelne Buchstaben spricht, schreiben wir sie in Großbuchstaben. Beispiele hierfür gibt es viele: BDL, ADV, DFS, RFID, LBA, CDU, SPD, FDP, KLM.

Der, die oder das?

Häufig werden wir von unseren Lesern auch auf eine scheinbar widersprüchliche Nutzung von "der Airbus" oder "die Airbus" in ein und demselben Artikel hingewiesen. Aber auch hierfür gibt es eine klare Regel bei uns: Normalerweise müsste jeder Airbus weiblich sein, weil alle Flugzeuge – genau wie Schiffe – weiblich sind. Daher schreiben wir "die A320", aber nur, wenn nicht "Airbus" davorsteht. Denn im Deutschen ist es nunmal "der Bus" und "die Airbus" geht nicht. Daher ist es bei uns "der Airbus A320" aber "die A320".

© Airbus, H. Goussee Lesen Sie auch: Männlich oder weiblich? Das Airbus-Dilemma

Aber das ist noch nicht alles zum Thema Flugzeuge. Die Marketing-Namen von Flugzeugtypen und ihrer Versionen stellen uns immer wieder vor Herausforderungen. Natürlich achten wir dabei auf die korrekte Bezeichnung mit A vor der Typen-Nummer bei Airbus und ohne B vor der Nummer bei Boeing.

Ganz generell setzen sich unsere Lösungen für die Schreibweisen von Flugzeugen dann aus allem zusammen, was oben schon dargelegt wurde. Die "A321 Neo" schreiben wir daher nicht "A321neo" und die "Boeing 737 Max" nicht "737 MAX". Die Versionen trennen wir dann mit einem Strich.

Wirklich gemein wird es immer dann, wenn die Hersteller die Bezeichnung ändern, so geschehen beispielsweise bei der "Boeing 777-9X", die jetzt nur noch "Boeing 777-9" heißt, während das X nur noch in der Familienbezeichnung vorkommt. Der persönliche Favorit der Redaktion ist aber die "Bombardier Dash 8 Q-400". Glücklicherweise wird das aktuell unter De Havilland wieder etwas unkomplizierter.

Zudem erfreuen uns von Zeit zu Zeit auch Verfechter der deutschen Sprache mit Hinweisen auf ihrer Ansicht nach unnötige, weil englischsprachige Worte in unseren Texten. Dabei handelt es sich aber in der Regel ganz einfach nur um Synonyme. Denn man muss nicht immer Flughafen schreiben, wenn man ab und zu auch Airport tippen kann und statt "Reichweite" kann es bei einem Luftfahrtportal auch mal "Range" heißen. Das macht das Lesen für die allermeisten unserer Leser dann sogar interessanter.

Von: dh
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