Triebwerksbauer MTU hebt Gewinnerwartung ein zweites Mal an

25.10.2016 - 09:16 0 Kommentare

Trotz rückläufiger Umsätze lief das Wartungsgeschäft im Sommer gut für MTU. Darum hebt der Triebwerkshersteller erneut seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an.

Zwei Techniker der MTU arbeiten an einem Flugtriebwerk. - © © dpa - Peter Steffen

Zwei Techniker der MTU arbeiten an einem Flugtriebwerk. © dpa /Peter Steffen

Ein florierendes Wartungsgeschäft hebt die Stimmung beim Münchner Triebwerksbauer MTU. Nach einem weiteren Wartungsrekord im Sommerquartal schraubte Vorstandschef Reiner Winkler seine Gewinnerwartungen für 2016 ein zweites Mal nach oben, wie MTU jetzt mitteilte.

So soll der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) nun statt auf 480 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro steigen. Für 2016 geht der Vorstand insgesamt weiterhin von einem Umsatz von 4,7 Milliarden Euro aus.

Im dritten Quartal steigerte MTU seinen Konzernumsatz nur dank Wartungsaufträgen um rund fünf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit zog um gut 16 Prozent auf knapp 140 Millionen Euro an. Der Überschuss zog auf rund 84 Millionen Euro an. Auch das Geschäft mit neuen Triebwerken warf mehr ab als ein Jahr zuvor - und das trotz rückläufiger Umsätze.

© MTU, Lesen Sie auch: MTU startet Serienmontage für A320neo-Triebwerke

Als Grund dafür führte MTU die Verzögerungen bei dem Antrieb PW1100G für die modernisierten Airbus-Mittelstreckenjets an. Die Münchner arbeiten an dem Antrieb mit, der unter der Führung des US-Herstellers Pratt & Whitney entwickelt wurde. Wegen Hitzeproblemen hatte sich der Großteil der Auslieferungen von Ende 2015 auf die Zeit ab Mitte 2016 verschoben.

Neue Triebwerke bringen den Herstellern zwar viel Umsatz - aber unter dem Strich eher Verlust. Sie verdienen erst an Ersatzteilen und bei der Wartung richtig Geld. Daher dürften sich die Verzögerungen beim Gewinn eher positiv auswirken.

MTU arbeitet an Triebwerksmodellen für zahlreiche Flugzeugtypen wie den Airbus-Mittelstreckenjets aus der A320-Familie, der Neuauflage A320neo, Boeings Langstreckenjet 787 "Dreamliner", dem Jumbo-Jet 747-8 und dem Airbus A380 mit. In verschiedenen Konsortien sind die Münchner dabei Partner von Herstellern wie General Electric oder der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney.

Von: ch, dpa-AFX
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