Warnung vor "Verkehrsinfarkt" am BER

05.02.2018 - 13:40 0 Kommentare

Am zukünftigen Hauptstadtflughafen BER sollen 2040 bis zu 55 Millionen Passagiere pro Jahr starten und landen. Die bisher geplante Verkehrsanbindung reicht dafür nicht aus, warnt jetzt der Landkreis.

Blick auf das BER-Hauptterminal. - © © dpa - Ralf Hirschberger

Blick auf das BER-Hauptterminal. © dpa /Ralf Hirschberger

Am neuen Großflughafen BER könnte ein "Verkehrsinfarkt" drohen, wenn der Straßenbau bei den derzeitigen Ausbauplänen nicht mithält. Davor warnte jetzt der Landkreis Dahme-Spreewald, in dem das Flughafengelände liegt. Das Ausbaukonzept biete für die Verkehrsanbindung nicht gerade die beste Lösung, sagte Vize-Landrat Chris Halecker gegenüber der Anwohnerzeitschrift "BER aktuell".

Westanbindung fehlt

Vor allem fehle es bislang völlig an einer Westanbindung, so Halecker. Der Straßenverkehr zum zukünftigen Terminal fließt fast ausschließlich über die Autobahn A113 östlich des Flughafens - in sie mündet auch die Bundesstraße 96 aus Richtung Potsdam. Halecker hatte deshalb eine zusätzliche Autobahnanbindung aus Richtung Westen über das Gelände der Internationalen Luftfahrtausstellung in Selchow vorgeschlagen. Dafür müsste jedoch das Vorfeld des BER-Terminals oder eine Start- und Landebahn überwunden werden.

Der Landkreis geht davon aus, dass sich schon mit der geplanten Airport-Eröffnung 2020 der Straßenverkehr dort verdreifacht. Dagegen erwartet die Flughafengesellschaft, dass zwei Drittel der Passagiere mit Bussen und Bahnen zum neuen Flughafen kommen. Das wäre ein höherer Anteil als am Frankfurter Flughafen, wo zahlreiche Fernzüge halten. Für den BER ist eine Reihe neuer Verbindungen mit Regionalzügen geplant.

© VBB, Lesen Sie auch: BER bekommt bis 2025 mehr Regionalzugverbindungen

Der BER soll bei der offiziell für 2020 vorgesehenen Eröffnung Platz für 22 Millionen Passagiere jährlich bieten. Nach dem aktuellen Masterplan soll aber bereits bis 2021 die Kapazität auf 33 Millionen und bis 2040 auf 55 Millionen ausgebaut werden. Mindestens bis Ende 2023 wird parallel der alte Flughafen in Schönefeld weiterbetrieben. Er hatte im vergangenen Jahr ein Verkehrsaufkommen von fast 13 Millionen Passagieren.

Von: pra, dpa
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