Streik sorgt für Schlangen und Verspätungen am Flughafen Stuttgart

16.01.2015 - 12:25 0 Kommentare

Streik am Flughafen Stuttgart: Das Wach- und Sicherheitspersonal hat die Arbeit niedergelegt. Grund ist ein Tarifstreit. Die nächste Verhandlungsrunde steht bald an.

Passagiere am Flughafen Stuttgart werden auf den Streik hingewiesen.

Passagiere am Flughafen Stuttgart werden auf den Streik hingewiesen.
© dpa - Marijan Murat

Beschäftigte der Wach- und Sicherheitsbranche streiken in Stuttgart.

Beschäftigte der Wach- und Sicherheitsbranche streiken in Stuttgart.
© dpa - Marijan Murat

Wegen eines Warnstreiks des Wach- und Sicherheitspersonals am Flughafen konnten Reisende in Stuttgart am Freitag zum Teil nur mit Verspätungen abheben. Wie eine Sprecherin des Airports sagte, starteten einzelne Maschinen mit bis zu 30 Minuten Verspätung. Hintergrund ist ein Tarifstreit der Branche, in dem die Gewerkschaft Verdi für die rund 19.000 Beschäftigten in Baden-Württemberg eine bessere Bezahlung erreichen will.

Der Warnstreik führte teils zu langen Schlangen an den Kontrollen. Wegen des Ausstands waren die Sicherheitschecks lediglich an einem von drei Terminals möglich. Flüge wurden aber nicht gestrichen.

Am Flughafen Stuttgart waren am Freitag den Angaben zufolge insgesamt 239 Flüge geplant, mehr als 10.000 Passagiere bekamen den Ausstand zu spüren. Der Airport verteilte Getränke an die Wartenden. Die Mitarbeiter des Wach- und Sicherheitsdiensts hatten angekündigt, von 3 Uhr bis 22 Uhr ihre Arbeit ruhen lassen. Verdi rechnete im Laufe des Tages mit mehr als 300 Teilnehmern am Warnstreik.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft kritisierten den Warnstreik als unverhältnismäßig. "Verdi instrumentalisiert die Sicherheitskontrollen an Flughäfen für ihre überhöhten Forderungen", erklärte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch.

In dieses Horn stieß auch Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer. Die Lohnforderung sei weder wirtschaftlich angemessen noch der Tätigkeit entsprechend, erklärte er. "Zu streiken ohne jede Vorankündigung und das über einen kompletten Flugtag, ist ebenfalls außer Verhältnis und für die Fluggäste nicht zumutbar."

© dpa, Marijan Murat Lesen Sie auch: Hintergrund: Sicherheitspersonal streikt für höhere Löhne

Die Verhandlungen in dem Tarifstreit waren im Dezember ohne Ergebnis abgebrochen worden. Ziel der Gewerkschaft ist es, den Stundenlohn der untersten Lohngruppe von 9,20 Euro auf zehn Euro anzuheben.

Die Arbeitgeberseite habe Lohnsteigerungen ab Januar um 2,7 Prozent und um weitere 2,6 Prozent von 2016 an geboten. Dieses Angebot sei aber nicht akzeptabel, da die Beschäftigten in der Sicherheitsbranche damit weiter im Niedriglohnbereich blieben, hieß es bei Verdi. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 20. Januar angesetzt.

Von: dpa
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