Vulkanasche: Air Berlin und Condor klagen gegen Flugverbote

22.04.2013 - 12:41 0 Kommentare

Vor zwei Jahren brachte eine Aschewolke den Flugverkehr in Norddeutschland zum Erliegen. Air Berlin und Condor wollen nun klären lassen, ob das damalige Flugverbot rechtens war.

Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvötn am 22.05.2011

Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvötn am 22.05.2011
© Icelandic Met Office - Matthew J. Roberts

Prognostizierte Vulkanaschekonzentration bis FL200 am 25.5.2011 um 6:00 Uhr UTC

Prognostizierte Vulkanaschekonzentration bis FL200 am 25.5.2011 um 6:00 Uhr UTC
© Met Office

Mit Flugverboten wegen der Aschewolke eines ausgebrochenen Vulkans wird sich die Darmstädter Justiz auseinandersetzen müssen. Air Berlin und Condor klagen am Dienstag (23. April) vor dem Verwaltungsgericht. Nach Angaben des Gerichts geht es gegen die Bundesrepublik, die von der Deutschen Flugsicherung (DFS) im nahe gelegenen Langen vertreten wird. Geklärt werden muss die Frage, ob die von der DFS verweigerten Starterlaubnisse im Mai 2011 für die Flughäfen Berlin, Hamburg und Bremen in Ordnung waren. Um Schadensersatz gehe es nicht.

Die Fluggesellschaften sind der Auffassung, dass für die Flugverbote keine ausreichenden Messergebnisse über Beeinträchtigungen des Luftraumes vorlagen. Der Flugverkehr sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, dies habe sich auch nicht abgezeichnet.

Der Ausbruchs des isländischen Vulkans Grimsvötn hatte den Flugverkehr im Mai 2011 durcheinandergebracht und Erinnerungen an das Asche-Chaos ein Jahr zuvor geweckt. Die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol hatte davon gesprochen, es seien wegen der Aschewolke europaweit an drei Tagen rund 900 Flüge ausgefallen - das entspricht etwa jedem 100. Flug. Die Flugverbote waren damals schon in die Diskussion geraten.

Die Frage eines finanziellen Schadens durch gestrichene Flüge könne in diesem Verfahren nicht geklärt werden, teilte das Verwaltungsgericht vorab mit. Sollten die Fluggesellschaften einen Schadensersatz verlangen, müssten sie damit vor ein Zivilgericht ziehen. Dazu sagte ein Sprecher von Air Berlin: «Das werden wir sehen.»

Von: dpa, airliners.de
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