Vor Aufsichtsratssitzung: Neue Spekulationen über BER-Mehrkosten

05.08.2013 - 10:55 0 Kommentare

Vor der nächsten BER-Aufsichtsratssitzung kursieren Berichte über bis zu 400 Millionen Euro Mehrkosten. Damit Geld in die Kasse kommt, sollen nun Flächen vermarktet werden. Aber es gibt auch eine positive Meldung aus dem Süden Berlins.

Ein kleiner Bauarbeiter aus Plastik steht mit einer Spitzhacke vor dem Logo des Flughafens Berlin Brandenburg  - © © dpa - Sven Hoppe

Ein kleiner Bauarbeiter aus Plastik steht mit einer Spitzhacke vor dem Logo des Flughafens Berlin Brandenburg © dpa /Sven Hoppe

Über die Baukosten für den neuen Hauptstadtflughafen gibt es neue Spekulationen. Nach einem Bericht des Magazins «Focus» werden im BER-Aufsichtsrat Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich befürchtet. Wegen des Schallschutzes, nicht näher benannter Baurisiken und des längeren Betriebs von Berlin-Tegel könnten die Gesamtkosten von derzeit 4,3 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro steigen. Flughafensprecher Ralf Kunkel betonte jedoch: «Das sind reine Spekulationen.» Es gebe keinen neuen Erkenntnisstand, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Seit das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im April entschieden hatte, dass der vorgesehene Lärmschutz für die Anwohner nicht ausreicht, kursieren immer wieder Zahlen über die möglichen Mehrkosten. Bekannt ist auch, dass jeder weitere Monat Verzögerung bis zu 40 Millionen Euro kostet.

Flächenvermarktung

Zudem sucht die Betreibergesellschaft für die Flächen rund um den neuen Flughafen Interessenten. Für das 21 Hektar große «Quartier Northgate» in unmittelbarer Nachbarschaft zum künftigen Regierungsterminal soll ein urbanes Gewerbe- und Dienstleistungszentrum entstehen, heißt es in der Ausschreibung. Neben dem Hauptterminal werden weitere Grundstücke auf 10 Hektar Fläche angeboten. Sie haben eine Größe zwischen 2500 und 15 000 Quadratmetern. Bewerber sollen sich bis 30. September melden.

Nordbahn-Sanierung wohl preiswerter

Allerdings gibt es auch positive Meldungen: Dem «Focus»-Bericht zufolge könnte die Sanierung der noch aus DDR-Zeiten stammenden Nordbahn um gut 100 Millionen Euro preiswerter werden. Kernbohrungen hätten gezeigt, dass die alte Asphalt-Rollbahn sehr gut erhalten sei und deswegen nur eine neue Deckschicht benötige.

Kunkel bestätigte, dass es einen positiven Zwischenbericht gegeben habe. Allerdings könne man erst nach dem endgültigen Gutachten entscheiden, ob eine Komplettsanierung notwendig sei oder lediglich eine Oberflächensanierung, die deutlich preiswerter wäre. Zur Höhe der möglichen Ersparnis wollte er sich nicht äußern.

Von: dpa, AFP, airliners.de
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