Rückblick

Von Last-Minute-Plänen und vorgewärmten Slots

21.10.2018 - 09:00 0 Kommentare

Die Luftfahrt rüstet sich für einen harten Brexit, der Deutschlandchef von Air Canada ist unbesorgt wegen der massiven Probleme im europäischen Luftverkehr und Niki Lauda macht sich bei Ryanair einen Namen als Türöffner. Was von dieser Woche übrig bleibt.

  - © © Fotos: AirTeamImages.com/HAMFive, Javier de la Cruz, Alvin Man, S. Wilson, Javier Guerrero; dpa/He -

© Fotos: AirTeamImages.com/HAMFive, Javier de la Cruz, Alvin Man, S. Wilson, Javier Guerrero; dpa/He /

Schmallippig

Die Luftfahrtbranche bereitet sich Last-Minute auf den Brexit vor - und hier auf die wilde Variante, dass Großbritannien ohne Scheidungsabkommen aus der EU verschwindet. Nach Easyjet und Ryanair hat jetzt wohl auch die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor einen Brexit-Notfallplan in der Schublade liegen - Details weitestgehend unbekannt. Bleibt die Frage, was der Gigant IAG eigentlich im Falle eines No-Deal ab Ende März vorhat. Denn der Konzern um British Airways ist dahingehend bislang sehr schmallippig. Vielleicht hat IAG ähnlich wie die britische Premierministerin Theresa May noch gar keinen Plan B ...


Unbesorgt

Während wir hier in Europa in diesem Sommer mit etlichen Verspätungen und Streichungen zu kämpfen hatten, ist man auf der anderen seit des Atlantiks entspannt: "Wenn mal ein Flug ausfällt, können die Passagiere beruhigt sein - die operationelle Sicherheit ist gewährleistet", sagt Air-Canada-Deutschland-Chef Jean-Christophe Hérault im Interview mit airliners.de und meint Billigtochter Rouge. Sorgenfalten bereitet dem Manager aber die Kooperation mit dem Kranich: "Die Lufthansa-Steuerung trifft ihre Entscheidungen aufgrund vieler Faktoren, und daraus ergibt sich für uns im Verkauf ein relativ schwer zu kontrollierendes Auf und Ab." Manchmal sind die größten Konkurrenten ganz nah.

© Air Canada., Lesen Sie auch: "Deutschland ist noch relativ hochpreisig" Interview mit Air-Canada-Deutschlandchef Hérault


Ausgehandelt

Was lange währt, wird doch noch gut? Tui scheint endlich einen Abnehmer für die defizitäre Corsair gefunden zu haben. Erst bemalte der Konzern die Flugzeuge der Airline im bekannten Hellblau, dann änderte er den Namen in Corsairfly, um die Nähe zu den anderen eigenen Carriern zu zeigen, doch es half alles nix: Corsair flog ein Minus nach dem anderen ein. 2015 ist dann der rettende Verkauf an die Groupe Dubreuil auf den letzten Metern geplatzt. Und jetzt doch noch ein Deal? Ausgerechnet mit Intro, die Hans Rudolf Wöhrl aus der Traufe gehoben hatte. Also wenn ein Unternehmen eine Airline wieder fit kriegt …


Ausge-verhandelt

In Berlin müht sich gerade die bankrotte Small Planet Deutschland um einen neuen Eigentümer. Erst war neben anderen auch der Logistiker Zeitfracht im Gespräch. Doch dieser hat jetzt abgesagt - es gab zu große Sicherheitsbedenken. Aber vielleicht hat das Management des Ferienfliegers die Verhandlungen auch ganz bewusst scheitern lassen. Denn Zeitfracht hätte laut Vertragsunterlagen nur die Hälfte der Flotte übernommen. Und der Rest? 50 Prozent Zukunft führen nicht zu 100 Prozent Zufriedenheit bei den Mitarbeitern.


Warmgehalten

Kurz bevor sich der Abschiedsflug von Air Berlin zum ersten Mal jährt, wird immer mehr deutlich, dass auch Ryanair über Kurz oder Lang mächtig von der Pleite profitiert: Denn die Iren übernehmen im nächsten Sommer die Basis in Berlin-Tegel von Lauda Motion - mit im Paket sind auch viele Slots, die sich Airline-Mogul Lauda aus dem Bestand "seiner Niki" gesichert hatte.

© dpa, Jasper Jacobs Lesen Sie auch: "Viele Airlines werden den Winter nicht überleben" Interview mit Ryanair-Chef O'Leary

Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte dann im großen Exklusivinterview, warum Lauda kurz vor dem Neustart im März noch mal schnell die eigentliche Partnerin Condor verprellte: "Die hatten einfach keine Flugzeuge - wir schon." 150 Millionen Euro hat es die Iren gekostet, die österreichische Tochter im ersten Jahr in die Luft zu bekommen. Lerne: Es gibt noch Win-Win-Situationen im Leben - O'Leary hat Lauda die finanzielle Last von den Schultern genommen, während dieser ihm wiederum die Slots in Tegel warm hielt.


Was sonst noch war:

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Von: cs
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