Rückblick

Von Airbus-Bestwerten und selbstsicheren Prognosen

13.01.2019 - 09:00 0 Kommentare

Airbus beendet 2018: Man kommt Boeing näher, ist aber noch ein gutes Stück von der Konkurrentin entfernt. Und Memmingen-Chef Schmid sieht Wachstum - für 2019. Was von dieser Woche übrig bleibt.

  - © © Fotos: Flughafen Memmingen, dpa/Angelika Warmuth, Frank Leonhardt; AirTeamImages.com/Jesus Mo -

© Fotos: Flughafen Memmingen, dpa/Angelika Warmuth, Frank Leonhardt; AirTeamImages.com/Jesus Mo

Undramatisch

Für fast schon eine Nicht-Nachricht hat in dieser Woche Germania gesorgt. Denn als am Dienstagabend am Saatwinkler Damm in Berlin die rote Fahne in Sachen Finanzen gehisst wurde, war dies nur noch die lange aufgeschobene Bestätigung von Spekulationen, die spätestens seit Weihnachten fest zum Themenrepertoire der Branche gehörten. Nach unseren Informationen fehlten der Airline zuletzt 65 Millionen Euro - eine aktuelle Bilanz von Germania hängt deren Angaben zufolge bei den Behörden fest. Und doch kann die Lage nicht ganz dramatisch sein, denn Germania ist weder Air Berlin noch Small Planet - Stichwort Tafelsilber.

© Germania, Lesen Sie auch: Was an den Germania-Zahlen gut ist - und was nicht Analyse


Punktgenau

Major Tom wird sich im Frühjahr wohl mit einem guten Finanzergebnis von Airbus verabschieden, denn die für den Umsatz so wichtige Zahl der Auslieferungen hat 2018 die anvisierte 800er-Schwelle punktgenau erreicht. Ein sattes Plus von elf Prozent. Damit rüttelt Airbus inzwischen lautstark am Thron von Boeing, die 816 Maschinen schafften. Doch eine andere Zahl zeigt, dass beide Flugzeugbauer noch längst nicht auf Augenhöhe sind. Boeing hat 2018 fast 900 Bestellungen eingesammelt - 18 davon übrigens für ihre prestigeträchtige 747. Airbus hat auch eine 747 - allerdings ist das die Zahl aller Flugzeugbestellungen.


Rasant

Noch einmal Jahreszahlen: Alle Airlines des Lufthansa-Konzerns zusammen verbuchen für Jahr eins nach Air Berlin mit 142 Millionen Fluggästen einen neuen Rekord und natürlich ist in der Sparte auch das Wachstumstempo bei Low-Cost-Tochter Eurowings weiterhin rasant (plus 18 Prozent) - mit vergleichsweise immer noch wenigen Passagieren. Dennoch sollten die Zahlen nicht genutzt werden, um zu rechtfertigen, dass man mit dem Chaossommer insgesamt dann doch gut klar kam. 2019 bräuchte es keine großen Zukäufe, heißt es aus dem Konzernumfeld - in die Operations müsste Ruhe. Falls das Verlangen dann doch zu groß wird, haben wir hier eine kleine Empfehlung:

© AirTeamImages.com, Artyom Anikeev Lesen Sie auch: Die Flotte macht Norwegian für Lufthansa interessant


Unbeteiligt

Das Sicherheitspersonal an vier großen deutschen Flughäfen hat in dieser Woche für viel Kopfschütteln gesorgt. Verdi hat zum Warnstreik getrommelt - zum Teil für exorbitante 24 Stunden -, tausende Flüge mussten gestrichen werden. Die betroffenen Airlines und Airports wurden nicht müde, zu betonen, dass sie nicht einmal Tarifpartner sind und der Konflikt zwischen Gewerkschaft sowie den Dienstleistern auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Lerne: Wenn zwei sich streiten, freut sich eben nicht immer der dritte - manchmal leidet dieser auch zusammen mit dem vierten.


Selbstsicher

Nicht ohne Stolz vermeldet Memmingen-Chef Ralf Schmid im Interview mit airliners.de das dritte zweistellige Jahresplus in Serie. Ganz selbstsicher schiebt der Manager die nächste Rekordprognose hinterher. Wieso? In Memmingen zeigt der Winter, was der Sommer kann. Airlines fliegen neue Strecken meist in den warmen Monaten "ein", um das Risiko zu minimieren - das ist in Memmingen genau andersrum. Hinzu kommt, dass Schmid mit einer Auslastung von "85 Prozent plus X" rechnet. Das zusammen in einer Formel ergibt einen neuen Jahresbestwert. Denn Schmid hat Ahnung: Noch bis 2020 läuft sein Vertrag am Allgäu Airport- dann ist er 18 Jahre lang Chef dort. Wenn einer Flughafen kann, dann also er. Nach Memmingen eröffnet er den BER?

© Flughafen Memmingen, Lesen Sie auch: "Easyjet fehlt in Memmingen noch" Interview mit Memmingen-Chef Schmid

Carlo Sporkmann


Die vergangene Woche wurde kommentiert von Carlo Sporkmann. Der studierte Journalist kam nach Stationen unter anderem beim "Handelsblatt" Anfang 2017 zu airliners.de und leitet die Redaktion des meistzitierten Luftverkehrsnachrichtenportals Deutschlands. Kontakt: carlo.sporkmann@airliners.de



Was sonst noch war:

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Von: cs
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