VLM übernimmt Intersky-Strecken in Friedrichshafen

22.12.2015 - 12:12 0 Kommentare

Die belgische VLM Airlines nimmt innerdeutsche Flüge auf. Die Regionalairline stationiert Flugzeuge in Friedrichshafen und übernimmt etliche Routen der insolventen Intersky.

Fokker 50 der VLM Airlines - © © Flughafen Hamburg -

Fokker 50 der VLM Airlines © Flughafen Hamburg

Nach dem Aus der österreichischen Intersky hat der Flughafen Friedrichshafen eine neue Fluggesellschaft gefunden. Mitte Februar werde die Regionalairline VLM die Routen nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg übernehmen, teilte der Airport am Dienstag mit.

VLM Airlines stationiert den Angaben nach drei Flugzeuge in Friedrichshafen und will die Strecken montags bis freitags zweimal täglich bedienen. Nach Berlin und Hamburg soll es auch sonntags gehen. Geflogen wird mit Fokker-50-Flugzeugen. VLM rechnet jährlich mit rund 100.000 Passagieren.

Für die belgische Regionalairline bedeutet die Aufnahme der Flüge den Einstieg in den innerdeutschen Flugverkehr. Aktuell fliegt VLM Airlines in Deutschland lediglich Hamburg im Liniendienst an. Die elf Fokker 50 der Regionalairline werden bislang von Basen in Belgien, Holland, Luxemburg, Großbritannien und Irland eingesetzt.

Flughafen kann aufatmen

Mit der Ansiedlung von VLM hat der Flughafen Friedrichshafen geschafft, schnellstmöglich einen Ersatz für Intersky zu finden. Der Bodensee-Airport hatte durch die Insolvenz von Intersky im November einen seiner wichtigsten Kunden verloren. Laut Flughafen machten die bislang rund 115.000 Intersky-Passagiere knapp ein Fünftel der Gesamtpassagierzahl aus.

Zuvor hatte bereits Eurowings angekündigt, einen Teil der Lücke schließen zu wollen. Die Lufthansa-Tochter zog das Angebot jedoch kurze Zeit später wieder zurück.

© Bodensee-Airport Friedrichshafen, Lesen Sie auch: Baden-Württemberg wird Flughafen Friedrichshafen unterstützen

Der Wegfall bereitete dem Bodensee-Airport damit auch kurzfristige finanzielle Probleme: Er brauchte ein Darlehen seiner Gesellschafter. Das Land Baden-Württemberg hatte erst vor kurzem 200.000 Euro Unterstützung zugesagt. Das Geld des Bundeslandes ist jedoch nur Teil eines größeren Darlehens, bei dem auch die anderen acht Gesellschafter mitmachen sollen.

Die belgische Regionalairline und die Intersky haben übrigens mehr Gemeinsamkeiten, als man auf den ersten Blick erahnen könnte: Beide Fluggesellschaften wurden vom deutschen Airline-Investoren Hans Rudolf Wöhrl gekauft. Rund ein halbes Jahr nach der Übernahme der VLM als Bestandteil der Cityjet von Air France-KLM verkaufte der deutsche Investor die VLM allerdings bereits wieder.

Von: dh, mit dpa
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