Virgin Atlantic streckt die Fühler aus

06.03.2019 - 10:05 0 Kommentare

Virgin Atlantic, Delta Air Lines, Air France und KLM setzen ein neues Joint-Venture für Transatlantik-Strecken auf. Ein Virgin-Konsortium baut derweil auch eine Zubringerairline um Flybe auf - mit knapp 100 Flugzeugen.

Bug einer Boeing 747-400 der Virgin Atlantic - © © AirTeamImages.com - Simon Gregory

Bug einer Boeing 747-400 der Virgin Atlantic © AirTeamImages.com /Simon Gregory

Die britische Langstrecken-Airline Virgin Atlantic streckt die Fühler auf den Kontinent aus und baut dabei auf zwei Säulen. Neben dem Aufbau eines umfangreichen Zubringernetzwerks auf Basis der Flybe sollen nun mit Air France und KLM etliche Codesharings die Transatlantik-Angebote der Lufthansa-Konkurrenten miteinander verknüpfen. Auch Delta Air Lines ist mit im Boot.

Bei der Ankündigung der Vereinbarung am Montagabend bezeichneten die Fluggesellschaften die neue Partnerschaft als "bedeutenden Meilenstein" für ein "erweitertes Joint Venture zwischen Delta, Air France, KLM und Virgin Atlantic".

© Delta Air Lines, Lesen Sie auch: Air France/KLM will Virgin Atlantic kaufen

Im ersten Schritt geht es um knapp 60 Codesharings auf Routen zu 18 Flughäfen in Großbritannien, wie die Airlines jetzt mitteilten. Gemeinsame Flugnummern gibt es dann auf Verbindungen wie Edinburgh-Toronto via Amsterdam oder London-Heathrow nach Chicago über Paris.

Im Gegenzug erhalten Passagiere von Air France/KLM den Angaben nach direkten Zugriff auf insgesamt 24 Verbindungen wie etwas Amsterdam-Miami über Heathrow oder Paris-New York JFK via Manchester.

Flybe wird zu Virgin-Zubringer

Die Flybe-Aktionäre haben derweil einem Verkauf der Regionalairline an das "Connect Airways"-Konsortium zugestimmt. Die Käufergemeinschaft aus Virgin Atlantic, Stobart Air und der Kapitalbeteiligungsgesellschaft Cyrus Capital hatte zuvor bereits die operativen Teile von Flybe für umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro übernommen.

Die überwiegende Mehrheit der Anteilseigner stimmte nun einem Bericht der Financial Times zufolge für den Verkauf. Damit steht auch dem Aufkauf des gesamten Rests von Flybe für 1 Pence je Aktie durch "Connect Airways" nichts mehr im Weg.

Mit dem Engagement des Konsortiums um Virgin war Mitte Februar die kurz bevorstehende Insolvenz von Flybe verhindert worden. Nach verschiedenen Medienberichten sollen Flybe und Stobart Air zukünftig unter Virgin-Atlantic-Branding Zubringer für die Virgin-Interkontinentalverbindungen ab London-Heathrow sowie Manchester fliegen.

Rund 100 Regionalflugzeuge mit UK- und EU-AOCs

Die AOCs der zwei Regionalairlines sollen dabei erhalten bleiben. Während Flybe in Großbritannien registriert ist, handelt es sich bei Stobart Air um eine irische Fluggesellschaft. Damit hätte Virgin auch nach einem ungeordneten Brexit die Möglichkeit, sowohl innerbritisch als auch inner-EU-europäisch zu fliegen.

Stobart Air hat aktuell eine Flotte von 20 Regionalflugzeugen, die zum Teil für andere Airlines im Wetlease fliegen, neben Aer Lingus unter anderem auch für Flybe. Flybe selbst betreibt aktuell eine Flotte von knapp 80 Regionalflugzeugen und transportierte zuletzt rund 30 Millionen Passagiere pro Jahr.

Hierzulande fliegt die Regionalairline im aktuellen Winterflugplan sieben Flughäfen an. Die meisten Verbindungen gibt es nach Düsseldorf. Die meisten Kapazitäten bietet die in Exeter beheimatete Airline nach Birmingham und Manchester an. Nach den Niederlanden und Frankreich ist Deutschland der drittwichtigste Markt für Flybe außerhalb Großbritanniens.

Von: dh
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