Was aus den Langstrecken-Fliegern der Air Berlin wurde

05.01.2018 - 08:00 0 Kommentare

Air Berlin wollte zuletzt die Langstrecke deutlich ausweiten. Daraus wurde nichts. Die Flugzeuge gehören verschiedenen Leasing-Gesellschaften. Einige haben bereits neue Betreiber gefunden.

A330 der Air Berlin: Sechs Langstrecken-Flieger haben mittlerweile neue Betreiber gefunden. - © © AirTeamImages.com - Ido Wachtel

A330 der Air Berlin: Sechs Langstrecken-Flieger haben mittlerweile neue Betreiber gefunden. © AirTeamImages.com /Ido Wachtel

Am 16. Oktober landete der letzte Air-Berlin-A330 auf dem Flughafen Düsseldorf. Lange bevor es um die Aufteilung der Kurzstreckenangebote der insolventen Airline ging, endete so das Kapitel "Langstrecke" für Air Berlin.

Dabei wollte die Airline ihre Langstreckenflotte eigentlich sogar noch ausbauen. Bis 2019 sollte die Flotte von zuvor 14 auf 22 Airbus-A330-Flugzeuge anwachsen. Speziell Transatlantikverbindungen sollten ein zentrales Element der "neuen Air Berlin" werden.

Daraus wurde nichts. Schon kurz nach der Insolvenzankündigung zogen die verschiedenen Leasing-Geber ihre Flugzeuge nach und nach ab. Knapp zweieinhalb Monate später stellt sich die Frage, was aus den Maschinen geworden ist und ob von den Besitzern schon neue Betreiber gefunden wurden.

Eine komplett geleaste Flotte

Air Berlin gehörte kein einziges Flugzeug selbst. Alle Maschinen waren geleast. Zu den größten Leasinggebern gehörten die irische Aer Cap (zwölf Airbus A330, zwei Airbus A320), die US-Leasing-Gesellschaften GECAS (20 Airbus A320, ein Airbus A330) sowie Aercastle (zwölf Airbus A320). 17 der 20 Bombardier-Regionalflugzeuge der Air-Berlin-Tochter LGW kamen von der dänischen Nordic Aviation Capital. Insgesamt hatte Air Berlin Verträge mit gut zwei Dutzend unterschiedlichen Leasing-Gebern aus aller Welt.

Zwölf der ehemaligen Air-Berlin-Langstreckenflugzeuge sind im Besitz des irischen Leasinggebers Aer Cap. Die Iren haben mit der spanischen Wamos Air und Malaysia Airlines bereits zwei neue Betreiber gefunden. Beide Airlines übernehmen jeweils zwei Maschinen des Typs A330.

Die beiden zukünftigen Wamos-Air-Maschinen werden laut ch-aviation derzeit in Zürich umgebaut. Die beiden Flugzeuge für Malaysia Airlines befinden sich aktuell in Singapur beziehungsweise im philippinischen Clark, um für ihre neuen Aufgaben fit gemacht zu werden.

Die verbliebenen acht ehemaligen Air Berlin Langstreckenmaschinen der Aer Cap sind an drei verschiedenen europäischen Standorten geparkt: Eine A330 steht in Shannon, eine weitere in Zürich und gleich sechs im französischen Lourdes.

Global Knafaim Leasing hat ihren Airbus A330 ebenfalls in Lourdes zwischengeparkt.

Der Airport Tarbes-Lourdes

Am Fuß der Pyrenäen gelegen ist der der französische Flughafen Tarbes-Lourdes ein beliebter Flugzeug-Parkplatz. Er liegt circa 120 Kilometer von Toulouse entfernt und bietet 25 Parkpositionen für kurzzeitig nicht mehr benötige Maschinen. Unter anderem steht hier auch der erste ausgeflottete Airbus A380 und wartet auf einen neuen Betreiber.

Vom Hahn nach Manchester

Der amerikanisch-irischen Leasing-Firma Gecas gehört ein Airbus A330, der derzeit ebenfalls in Lourdes geparkt ist. Dieser ist mittlerweile umregistriert und hat eine österreichische Registrierung erhalten. Die irische Leasing-Gesellschaft Fly Leasing hatte ebenfalls eine Maschine an Air Berlin vermietet. Der Airbus war bis zum 2. Januar am Flughafen Frankfurt Hahn geparkt. Aktuell befindet er sich laut Flugplandaten in Manchester.

Dem irischen Leasing-Geber Park Aerospace Holdings gehört ein Airbus A330, der in Zukunft für die spanische Gesellschaft Evelop Airlines abheben wird. Derzeit wird die Maschine im spanischen Teruel für ihre neuen Aufgaben vorbereitet.

Ein weiterer Airbus aus der ehemaligen Air-Berlin-Flotte gehört der US-Leasingfirma KDAC Aircraft Leasing. Die Maschine hebt zukünftig für die britische Virgin Atlantic ab und wird aktuell im irischen Shannon instand gesetzt.

Die amerikanische Apollo Aviation Group besitzt den Airbus A330, der am 16. Oktober den letzten Langstreckenflug für Air Berlin durchgeführt hat. Das Flugzeug befindet sich derzeit in Rio de Janeiro und soll in Zukunft bei der portugiesischen TAP Air Portugal in Dienst gehen.

Eigentümer Typ Registrierung bei Air Berlin Status Neuer Betreiber
Apollo Aviation Group A330-200 D-ALPH Maintenance, Rio de Janeiro International (GIG) TAP Air Portugal
Aer Cap A330-200 D-ALPJ Maintenance, Clark International (CRK) Malaysia Airlines
AerCap A330-200 D-ALPD Maintenance, Zürich (ZRH) Wamos Air
AerCap A330-200 D-ALPC Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées (LDE)
AerCap A330-200 D-ALPE Maintenance, Zürich (ZRH) Wamos Air
AerCap A330-200 D-ALPF Stored, Shannon International (SNN)
AerCap A330-200 D-ALPG Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées (LDE)
AerCap A330-200 D-ABXC Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées (LDE)
AerCap A330-200 D-ABXD Stored, Zürich (ZRH)
AerCap A330-200 D-ABXE Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées (LDE)
AerCap A330-200 D-ABXF Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées (LDE)
AerCap A330-200 D-ALPI Maintenance, Singapore Changi International (SIN) Malaysia Airlines
Global Knafaim Leasing A330-200 D-ABXB Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées (LDE)
Fly Leasing A330-200 D-ALPA Stored, Hahn (HHN)
GECAS A330-200 D-ABXA Stored, Lourdes/Tarbes Pyrénées
KDAC Aircraft Leasing A330-200 D-ALPB Maintenance, Shannon International (SNN) Virgin Atlantic
Park Aerospace Holdings A330-200 D-ABXG Maintenance, Teruel (TEV) Evelop Airlines
Von: br
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