Yemenia-Airbus-A310

Verwirrung um angebliche Flugschreiber-Ortung

01.07.2009 - 17:28 0 Kommentare

Nach dem Absturz des Airbus A310 von Yemenia in den Indischen Ozean hat die Regierung der Komoren am Mittwoch Berichte über die Ortung der Flugschreiber dementiert. In der Nacht musste die Suche nach Überlebenden wegen schwerer See zunächst eingestellt werden.

Ein französisches Rettungsteam fliegt von La Réunion auf die Komoren - © © dpa -

Ein französisches Rettungsteam fliegt von La Réunion auf die Komoren © dpa

Der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Abdillah Mougni, bestritt französische Informationen, nach denen Flugdatenschreiber und Cockpit-Voice-Rekorder der Unglücksmaschine lokalisiert worden seien. «Das bezweifle ich sehr stark», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zudem habe die am Vorabend abgebrochene Suche nach Opfern aus dem jemenitischen Flugzeug gerade erst wieder angefangen.

Eine Luft-Patrouille habe am Dienstagnachmittag rund 40 Kilometer vor der Küste der Hauptinsel Grande Comore das Signal einer Black Box geortet, noch am Mittwoch sollte ein französisches Schiff mit der Bergung beginnen, hatte der französische Staatssekretär für Zusammenarbeit, Alain Joyandet, zuvor mitgeteilt.

Das französische Militär hat die widersprüchlichen Aussagen über den angeblichen Fund des Flugschreibers aus der abgestürzten jemenitischen Passagiermaschine am Mittwochabend aufgeklärt: «Gestern (Dienstag) haben wir ein Signal empfangen, aber es waren noch keine Schiffe da, heute sind Schiffe da, aber wir empfangen das Signal nicht mehr», sagte Christophe Prazuck vom Verteidigungsministerium am Mittwoch. Das französische Transportflugzeug Transall habe am Dienstag ein Signal empfangen, das von dem Flugschreiber der abgestürzten Maschine stammen könnte. Möglicherweise sei der Flugschreiber seitdem aber von der Strömung weitergetrieben worden. «Das Meer ist sehr bewegt», sagte Prazuck.

Die Transall suche weiter die Meeresoberfläche ab. Am Vormittag war ein erstes französisches Militärschiff in dem Absturzgebiet eingetroffen. Ein weiteres wird in der Nacht zum Donnerstag erwartet. Ein italienisches Schiff, das im Rahmen der EU-Mission Atalanta vor der somalischen Küste im Einsatz war, ist ebenfalls unterwegs.

Mougni dementierte nun zudem Berichte, dass fünf Leichen aus dem Wasser geborgen worden seien. Sie seien von Booten aus zwar gesichtet worden, hätten wegen der schweren See aber nicht aus den Fluten des Indischen Ozeans gezogen werden können.

Nach dem Unglück war ein 14-jähriges Mädchen als zunächst einzige Überlebende unverletzt aus dem Wasser gerettet worden. Das Mädchen war am Dienstag von einem Suchboot an der Absturzstelle entdeckt worden. Der Teenager hatte sich Berichten zufolge an ein Wrackstück geklammert.

In der Nacht zu Mittwoch hatte es weiterhin heftigen Südwind und eine starke Strömung gegeben, die nach Ansicht der Retter Leichen und Trümmerteile weit verteilen dürften. «Die Chancen, dass noch weitere Überlebende gefunden werden, ist extrem gering», sagte in Moroni ein Sprecher des komorischen Verkehrsministeriums am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der jemenitische Transportminister Chalid al-Wasir trat derweil Spekulationen entgegen, der Jet könne wegen eines technischen Defekts abgestürzt sein. Die in Frankreich vor zwei Jahren festgestellten Mängel hätten nur die Sitze, TV-Bildschirme und Kopfhörer betroffen, aber keine sicherheitsrelevanten Teile, berichtete die Nachrichtenagentur Saba. Die Maschine sei zuletzt im Mai gewartet worden.

Der Airbus A310 der Yemenia befand sich auf dem Flug vom Jemen zu dem Inselstaat der Komoren. In stürmischem Wetter war er nach einem missglückten Landeanflug in den Indischen Ozean gestürzt. Flug IY 626 hatte nach Angaben der Fluggesellschaft 11 Crew-Mitglieder und 142 Passagiere an Bord, darunter viele Exil-Komorer mit französischer Staatsbürgerschaft.

Von: dpa, airliners.de
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