Verwirrung um mögliches Laptop-Verbot auf EU-USA-Flügen

31.05.2017 - 10:49 0 Kommentare

Der "Laptop-Ban" der USA soll nicht auf Verbindungen aus Europa ausgeweitet werden, so die EU nach Gesprächen mit der US-Regierung. Letztere sorgt nun für Irritationen - und zwar mit widersprüchlichen Aussagen.

Ein Passagier arbeitet an Bord eines Flugzeugs an seinem Laptop. Foto: © dpa, Wolfgang Zajc

Verwirrung um ein mögliches Laptop-Verbot in der Kabine auf Flügen aus Europa in die USA: Das US-Heimatschutzministerium hat Berichten aus Brüssel widersprochen, wonach ein mögliches Verbot vom Tisch sei.

Diese Berichte sind absolut falsch.

Sprecher des US-Heimatschutzministeriums

Die USA hätten noch nicht über ein Laptop-Verbot in Flugzeugkabinen von Europa in die Vereinigten Staaten entschieden, teilte das US-Heimatschutzministerium nach einem Telefonat zwischen Heimatschutzminister John Kelly und den für Innere Sicherheit und Flugsicherheit zuständigen EU-Kommissaren Dimitris Avramopoulos und Violeta Bulc mit.

Maßnahme ist "weiter auf dem Tisch"

Das für mehrere muslimisch geprägte Länder geltende Verbot der Mitnahme bestimmter elektronischer Geräte im Handgepäck könne auf Europa ausgeweitet werden, wenn Geheimdienstinformationen und die Art der Bedrohung dies erforderten, erklärte das Ministerium.

Kelly habe in dem Telefonat mit den EU-Kommissaren gesagt, er werde alle notwendigen Maßnahmen erlassen, um die Sicherheit der Luftfahrt zu gewährleisten, einschließlich eines Verbots elektronischer Geräte im Passagierraum. Diese Maßnahme sei "weiter auf dem Tisch".

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Deutsche Flughäfen sind gegen drohendes Laptop-Verbot bei US-Flügen

Die Informationsseite "Politico" hatte berichtet, dass sich die USA entschieden hätten, Laptops auf Flügen von Europa in die USA vorerst weiter im Handgepäck zuzulassen. Quellen in Brüssel bestätigten der Deutschen Presse-Agentur diese Darstellung.

Nach Angaben aus Brüssel einigte man sich zunächst darauf, andere Sicherheitsvorkehrungen zu intensivieren. Darüber sollten Gespräche geführt werden. Nach Brüsseler Lesart soll es solang kein Laptop-Verbot geben.

Terrorexperten fürchten Sprengstoffanschläge

Amerikanische Terrorexperten fürchten Sprengstoffanschläge mit Laptops und anderen elektronischen Geräten. Terrororganisationen sollen Methoden entwickelt haben, um Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten zu. Deshalb hatten die USA im März bereits viele Geräte im Handgepäck für Verbindungen von zehn Flughäfen in Nordafrika und dem Nahen Osten verboten.

© Fotolia.com, IckeT Lesen Sie auch: VDR warnt: Laptop-Verbot kostet deutsche Firmen Millionen

Die Regelung gilt für sämtliche elektronische Geräte, die größer als Mobiltelefone sind - also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Medizinische Geräte bleiben an Bord erlaubt. Großbritannien führte ein ähnliches Verbot ein.

Von: cs, dpa-AFX, AFP
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