Verspätung durch Ausladen von Gepäck - Airline muss zahlen

02.08.2017 - 17:04 0 Kommentare

Kommt ein Passagier nicht zum Boarding, wird sein Gepäck wieder ausgeladen - aus Sicherheitsgründen. Verspätet sich dadurch der Flug, ist das kein außergewöhnlicher Umstand. Das entschied ein Gericht in Frankfurt.

Gepäckabfertigung am Airport Tegel - © © dpa - Monika Skolimowska

Gepäckabfertigung am Airport Tegel © dpa /Monika Skolimowska

Ein Fluggast erscheint nicht zum Boarding, sein Gepäck muss wieder ausgeladen werden, die Flugreise verzögert sich deutlich: In diesem Fall muss die Airline eine Entschädigung zahlen, entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main (Az.: 29 C 1685/15 (21)). Sie kann sich nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen. Darüber berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger einen Flug von Frankfurt über Paris nach Zypern gebucht. Laut Fluggesellschaft erschienen in Frankfurt drei bereits eingecheckte Passagiere nicht am Flugsteig. Aus Sicherheitsgründen musste ihr Gepäck wieder ausgeladen werden. So verzögerte sich der Abflug. Der Kläger verpasste seinen Anschluss in Paris und erreichte Zypern erst mit mehr als drei Stunden Verspätung.

Der Mann forderte von der Airline vor Gericht eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht - und bekam Recht. Der Umstand, dass ein Passagier nicht zum Boarding erscheine, sei gewöhnlich. Er entbindet die Fluggesellschaft nicht von der Zahlungspflicht.

© dpa, Hannibal Hanschke Lesen Sie auch: Verspätung wegen Passagieren mit Flugangst - Entschädigung fällig

Von: ch, dpa
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