Bieterfrist für Air-Berlin-Technik erneut verlängert

06.10.2017 - 14:09 0 Kommentare

Air Berlin verlängert die Bieterfrist für die Air-Berlin-Technik erneut. Offenbar finden sich nur wenige Interessenten. Der gesamte Verkauftsprozess für die insolvente Airline könnte sich noch hinziehen.

Triebwerkswartung bei der Air Berlin Technik. - © © Air Berlin  - Andreas Kühlken

Triebwerkswartung bei der Air Berlin Technik. © Air Berlin /Andreas Kühlken

Air Berlin sucht länger nach Käufern für ihre Techniksparte. Angebote werden nun noch bis zur übernächsten Woche angenommen, sagte ein Sprecher der insolventen Airline. Eigentlich sollte die Bieterfrist am heutigen Freitag enden. Die Techniksparte der Air Berlin mit 1500 Beschäftigten wartet die konzerneigenen Flugzeuge sowie Maschinen anderer Fluggesellschaften. Wichtigste Standorte sind Berlin, Düsseldorf und München.

Der Air-Berlin-Generalbevollmächtigte Frank Kebekus hatte im September von insgesamt drei Angeboten gesprochen. Zu den öffentlich bekannten Kaufinteressenten für die Technik zählt der Berliner Logistiker Zeitfracht, der das Geschäft weiterführen will.

Ein Sprecher von Zeitfracht kündigte für die Technik ein modifiziertes Angebot an. Ursprünglich hatte das Logistikunternehmen auch an Teilen des Flugbetriebs Interesse gezeigt. Neben der Technik will Zeitfracht den Air-Berlin-eigenen Frachtraumvermittler Leisure Cargo übernehmen.

Air Berlin hatte das Bieterverfahren für die Technik bereits einmal verlängert, da die interessierten Investoren zunächst "Klarheit über die Entwicklungen der Airline" haben müssten, um sich dann detaillierter mit der Technik beschäftigen zu können und ein "passgenaues Angebot abgeben zu können", wie es hieß.

Verkauftsprozess könnte sich noch hinziehen

Über das Passagiergeschäft verhandelt Air Berlin aktuell noch mit den "bevorzugten Bietern" Lufthansa und Easyjet, wobei Lufthansa den größten Teil übernehmen will. Diese Verhandlungen sollen bis 12. Oktober abgeschlossen sein. Insgesamt hatte es rund 70 Interessensbekundungen für Air Berlin gegeben, bis zum Ende der Bieterfrist waren den Angaben nach 16 Angebote eingegangen.

Aktuell fliegt die Airline Dank eines Überbrückungskredits der Bundesregierung. Die 150 Millionen Euro sind aber nur bis Ende November vorgesehen. Danach müssen die Bieter den Betrieb bereits selbst sichern. Die Gewerkschaften dringen zudem darauf, dass die neuen Eigentümer auch die Beschäftigten übernehmen.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Die Insolvenz in Eigenverwaltung Die Luftrechts-Kolumne (53)

Experten gehen daher davon aus, dass sich der gesamte Verkaufsprozess, den die insolvente Airline in Eigenverwaltung durchführt, noch bis zu drei Monate hinziehen könnte, denn die Wettbewerbsbehörden müssen die Verträge noch prüfen. Zudem könnten Klagen das Verfahren verzögern.

Von: dh mit dpa
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