Artikel vom 25.02.2009 0
Zwischenbericht zu Airbus-Absturz vor Perpignan veröffentlicht
Richtlinien für Abnahmeflüge gefordert
© BEA
Flugbahn der Ungl
Dem Bericht zufolge flog die Maschine in 3.000 Fuß Höhe im Landeanflug auf den Flughafen Perpignan, als die neuseeländischen Beobachter von der deutschen Crew des Übernahmefluges einen "Low Speed-Test" verlangten, um die "Alpha Floor Protection" des A320 zu testen. Dabei handelt es sich um eine computergesteuerte Schutzfunktion, bei der das Flugzeug automatisch Vollschub gibt, um bei einer zu geringen Geschwindigkeit einem Strömungsabriss vorzubeugen.
"Wir sollten es wahrscheinlich später machen, (...) auf dem Weg nach Frankfurt, oder wir machen es gar nicht", sagte der Deutsche laut Aufzeichnungen des Stimmenrekorders im Cockpit bei dem Flug zur Übergabe der Maschine. Ein gleichfalls im Cockpit sitzender Pilot von Air New Zealand habe aber auf den Versuch gedrungen.
Der Pilot bremste das Flugzeug den vorläufigen Ermittlungen zufolge binnen einer halben Minute von 136 auf 99 Knoten bis zur Stall-Warnung in kompletter Landekonfiguration. Nach dem Test versuchte die Crew, den Strömungsabriss abzufangen, was zunächst auch gelang. Danach aber zog die Maschine stark nach oben, bis sie in knapp 3.800 Fuß Höhe mit einem Anstellwinkel von 57 Grad und weniger als 40 Knoten Geschwindigkeit nach rechts abkippte und wenige Sekunden später mit einer Geschwindigkeit von 236 Knoten auf dem Meer aufschlug. Zuvor war den
Ermittler drängen auf Richtlinien für Abnahmeflüge
Die französischen Ermittler nannten in ihrem Zwischengutachten zum Unfall keine Ursachen für den Absturz. Allerdingsbemängelten sie, dass es für Abnahmeflüge wie diesen seitens der EASA keine offiziellen Regularien gäbe. Regelungen und Standards für Abnahme- und Übergabeflüge sowie Qualifikationsrichtlinien für Piloten solcher Flüge müssten erwogen werden.
Kritik aus Neuseeland
Neuseeländische Luftfahrtexperten haben den Unfallbericht aus Frankreich derweil zurückgewiesen. Ungeklärt sei nach wie vor, wieso das Flugzeug überhaupt in niedriger Höhe und bei niedriger Geschwindigkeit Tests durchführte, sagte der Chef von Air New Zealand, Rob Fyfe, am Mittwoch in Wellington. Es sei nicht zu verstehen, warum solche Tests in solcher Höhe durchgeführt worden seien. «(...) Das entspricht nicht unseren normalen Verfahren», sagte Fyfe. Er kritisierte, dass die französischen Ermittler Air New Zealand bislang keinen Zugang zu dem Stimmrekorder aus dem Cockpit gewährt haben.
Bei dem Absturz der A320 waren am am 27. November letzten Jahres alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die "XL Airways Germany" hatte die Maschine von der neuseeländischen Fluggesellschaft Air New Zealand geleast und wollte sie nach dem Testflug zurückgeben.
Weitere Informationen zum Thema:
Stand: 25.02.2009 - 6:59 PM Uhr
Quelle: dpa, AFP, airliners.de
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