Artikel vom 05.10.2011 0

Ursachen von Flugzeugunglücken immer komplexer

Während der Flugverkehr im Laufe der Jahre sicherer geworden ist, dauert die Aufklärung eines Unglücks immer länger. Experten sehen den Grund hierfür in den komplexeren Systemen. Oft führt eine Verknüpfung von technologischen und menschlichen Faktoren zum Unglück und weniger ein technisches Versagen.

Wrack der am 16.8.2010 verunfallten Boeing 737 der AIRES auf dem Flughafen San Andres. - © © dpa - Colombia Air Force

Wrack der am 16.8.2010 verunfallten Boeing 737 der AIRES auf dem Flughafen San Andres.

Die Ursachen von Flugzeugunglücken sind nach Meinung von Experten zunehmend schwieriger zu ermitteln. «Die Unglücke werden immer komplexer», sagte Jean-Marc Cluzeau von der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA am Dienstag in Köln am Rande einer zweitägigen Expertenkonferenz. Früher sei es oft um technisches Versagen gegangen, aber im Laufe der Zeit seien die Flugzeuge immer sicherer geworden. «Heute ist es fast immer eine Kombination von technologischen und menschlichen Faktoren», sagte Herbert Meyer, der bei der Behörde für Großflugzeuge zuständig ist. Die Tatsache, dass alles immer komplexer werde, sei auch der Grund dafür, dass die Ursachenforschung nach Flugzeugunglücken oft so lang dauere.

Der Flugverkehr sei mit den Jahren immer sicherer geworden. Ganz besonders gelte das für Europa. So ist nach EASA-Angaben im vergangenen Jahr erstmals in der Geschichte der europäischen Luftfahrt kein Passagier bei kommerziellen Flügen von europäisch betriebenen Fluggesellschaften ums Leben gekommen. Die zweitägige Expertenkonferenz in Köln beschäftigt sich vor allem damit, wie es dazu kommen kann, dass Piloten zuweilen die Kontrolle über ihre Maschine verlieren.

«Wir versuchen herauszufinden: Welche Art von Unglück könnte passieren?», sagte Cluzeau. So versuche man schon vorher, bestimmte Fehlerquellen auszuschließen. Dabei sei es ganz wichtig, möglichst viele Informationen über Zwischenfälle und Fehler zu sammeln und auswerten. Piloten dürften nicht abgeschreckt werden, Fehler zu melden, sagte Meyer. «Wenn man Auto fährt, macht man auch jeden Tag Fehler, nur führen diese in den seltensten Fällen zu einem Unfall.» So ähnlich sei es auch mit dem Fliegen. Wenn man die Sicherheit verbessern wolle, müsse man wissen, was so alles falsch gemacht werde - auch wenn es für sich genommen nur Kleinigkeiten seien.

Auch die Ausbildung von Piloten könne immer noch verbessert werden. So sei es zum Beispiel sehr wichtig, dass Piloten bestens darüber Bescheid wüssten, wie man Schlechtwettergebiete umfliege oder sie so schnell wie möglich wieder hinter sich lasse und dann an einem sicheren Ort lande.

Stand: 05.10.2011 - 12:53 PM Uhr

Quelle: dpa

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