Artikel vom 18.02.2010 0
Neue Suche nach Air-France-Wrack
© BEA
Tiefseeprofil der Unglücksstelle
Der Absturz eines Airbus im Juni 2009 mit 228 Menschen an Bord könnte doch noch aufgeklärt werden. Die Chancen, die Flugschreiber zu finden, seien deutlich besser als 50:50, sagte der Chef des französischen Amts für Unfallanalyse BEA, Jean-Paul Troadec, am Mittwoch in Le Bourget bei Paris. Es ist allerdings die letzte Chance für einen Erfolg. Wie vor Weihnachten angekündigt, soll die Suche Mitte März beginnen.
Das Gebiet sei von 17.500 auf 2.000 Quadratkilometer eingegrenzt worden, sagte Troadec. Die Suche werde einen Monate dauern, könne aber verlängert werden. Das BEA will dazu zwei Schiffe aus Norwegen und den USA mit Sonargerät und Tauchrobotern einsetzen. Es ist die dritte Suche, sie wird voraussichtlich fast zehn Millionen Euro kosten - finanziert wird sie von Airbus und Air France. Die bisherigen Aktionen haben bereits ungefähr den gleichen Betrag gekostet.
Schon nach dem Scheitern der zweiten Suche im Herbst hatte das BEA erklärt, es sei «recht wahrscheinlich», das Wrack und die Flugschreiber im Frühjahr 2010 zu finden. Nach dem Absturz waren Wrackteile und Leichen geborgen worden. Die Flugschreiber, die mit ihren Daten zur Aufklärung beitragen könnten, blieben aber verschwunden.
Vor dem Absturz waren die Pitot-Sonden zur Messung der Geschwindigkeit, der Autopilot und andere Systeme ausgefallen. Das kann den Unfall dem BEA zufolge aber nicht erklären. Als Konsequenz aus den Ermittlungen fordert das Amt neue Zulassungskriterien für Geschwindigkeitsmesser bei Langstreckenjets, eine bessere Sicherung der Flugdaten und Studien zur Wolkenbildung in großer Flughöhe.
Der Airbus war am Pfingstmontag 2009 auf dem Nachtflug von Rio nach Paris in einem Unwetter in den Atlantik abgestürzt. Vor Weihnachten hatte das BEA einen neuen Zwischenbericht veröffentlicht.
Stand: 18.02.2010 - 2:40 PM Uhr
Quelle: dpa, AFP, airliners.de
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