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Artikel vom 04.03.2010

Bericht zu Hamburger Sturmlandung vorgelegt

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat die Untersuchung der schweren Störung bei der Landung eines Airbus A320 am 1. März 2008 in Hamburg abgeschlossen und den Untersuchungsbericht veröffentlicht.

Lufthansa-A320 landet am 1. März 2008 bei Seitenwind in Hamburg - © © LiveLeak -

Lufthansa-A320 landet am 1. März 2008 bei Seitenwind in Hamburg

Der Zwischenfall eines Lufthansa- Airbus im März 2008 auf dem Hamburger Flughafen ist nicht durch einen Pilotenfehler verursacht worden. Das geht aus dem Bericht hervor, den die Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Donnerstag veröffentlicht hat.

Nach Ansicht der BFU hat vor allem die Systemauslegung des Airbus A320 dazu beigetragen, dass das Flugzeug nach dem ersten Aufsetzen in die ungewollte Querlage geraten war. Nach der Aktivierung des Bodensensors am linken Hauptfahrwerks wurde dem System signalisiert, dass sich die Maschine am Boden befand.

Damit schaltete das Flugzeug in den Ground-Mode, wobei die Quersteuerung des Flugzeuges automatisch um die Hälfte reduziert wurde. Ein Gegensteuern war dadurch nicht möglich, so dass die Bodenberührung der Flügelspitze nicht von der Crew hätte verhindert werden können. Allerdings wäre laut BFU ein Durchstarten bereits vorher angemessen gewesen.

Insgesamt habe die Untersuchung gezeigt, dass nicht eine einzige Fehlhandlung von beteiligten Personen oder eine Fehlfunktion des Flugzeuges zu der Berührung der Tragfläche mit dem Boden geführt hat, sondern eine Kombination mehrerer Faktoren und Ereignisse. Aufgrund des Untersuchungsergebnisses hat die BFU insgesamt zwölf Sicherheitsempfehlungen herausgegeben.

 

Der Airbus A320 war am 1. März 2008 in München mit 132 Fluggästen und fünf Besatzungsmitgliedern nach Hamburg gestartet. Mit der über ATIS verbreiteten Wetterinformation und der Windangabe 23 Knoten aus 280 Grad, in Böen bis 37 Knoten entschied sich die Besatzung im Reiseflug für einen Anflug auf die in Betrieb befindliche Piste 23.

Die Angabe des Windes wurde während des Landeanfluges durch die Platzverkehrslotsin mehrfach aktualisiert. Unmittelbar vor dem Aufsetzen wurden der Wind mit 33 Knoten aus 300 Grad und Böen bis 47 Knoten übermittelt.

Nach dem Aufsetzen mit dem linken Fahrwerk hob das Flugzeug wieder ab und erreichte unmittelbar danach eine abrupte Schräglage mit Bodenberührung des äußeren Endes der linken Tragfläche. Die Besatzung führte ein Durchstartverfahren durch und das Flugzeug wurde mit Radarführung auf den Gegenanflug der Piste 33 geführt. Ein Amateur-Video des Vorfalls war auf der Internet-Homepage liveleak.com veröffentlicht worden.

Weitere Informationen:

Vollständiger Bericht der BFU

Stand: 04.03.2010 - 5:23 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit BFU, dpa

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